„Hallo, liebe Taube, bist du neu hier am See?“, hörte ich Klara quaken. „Moin, du freundliche Ente“, gurrte die Taube. „Ich bin eine Brieftaube und heiße Lisa“, fuhr sie fort und erzählte, dass sie nur auf der Durchreise hier sei und ein wenig an unserem schönen See verschnaufen wolle. „Wir sind Klara und Paula“, stellte ich uns vor. „Wo hast du denn die Nachricht, die du überbringen sollst?“ Als Lisa uns ihren Fuß entgegenstreckte, erkannten wir, dass daran eine winzig kleine Hülse befestigt war. In dieser befand sich ein Zettel, erklärte sie uns.
„Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Post per Brieftaube eine gängige Methode für Menschen, um jemandem etwas mitzuteilen, der weit entfernt war“, gurrte Lisa.
„Wie macht ihr das eigentlich mit der Orientierung?“, schnatterte ich. Lisa streckte ihre Flügel Richtung Himmel. „Wenn die Sonne scheint“, meinte sie, „orientieren wir uns an ihr. Wenn der Himmel bedeckt ist, nutzen wir das Magnetfeld der Erde. Ich kann das nicht genau erklären, aber wir können es irgendwie spüren. Wenn wir nahe genug an unserem Schlag, also dem Zuhause sind, helfen uns Landmarken, das sind markante Punkte, um ganz exakt den Heimweg zu finden.“
Eure Paula