Nach dem Regen wird’s heiß

von Redaktion

Grundwasser erholt sich teilweise, Hochwasser geht zurück – 28 Grad am Sonntag

München – Mehrere Wochen Regen liegen hinter uns. Die Niederschläge und Temperaturen drücken auf die Stimmung und machten Ausflüglern und Wirten mit Terrassen im Freistaat einen Strich durch die Rechnung. Doch weil der Regen immer wieder genügend Zeit zum Einsickern hatte, füllten sich die Grundwasserstände in Bayern endlich auf – nach einem Negativ-Rekord im März. „Der Regen hilft der Landschaft und der Natur“, bilanziert Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler). Trockene Sommer und schneearme Winter hatten das Grundwasser zuvor auf ein extrem niedriges Niveau sinken lassen.

Zum Ende des hydrologischen Winterhalbjahres kam die Wende: Insbesondere in Nordbayern konnte sich das Grundwasser nach Regen im März und im April zum Teil erholen und in den schnell regenerierenden Grundwasservorkommen auch entspannen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt meldet in einigen Regionen allerdings immer noch sehr niedrige Stände, zum Beispiel in Sauerlach, Siegertsbrunn, Aying und Holzkirchen.

Wo die Niederschläge nicht schnell genug abfließen oder versickern konnten, kam es zu Überschwemmungen. In Garmisch-Partenkirchen war die B 23 überflutet. Nach dem Starkregen der vergangenen Tage hatte sich das Wasser in einem Graben wegen eines Biberdamms gestaut, ein Rohr war dicht und die Gullis nahmen das Wasser nicht mehr auf. Die Straßenmeisterei musste zeitweise eine Fahrbahnhälfte sperren. In Freising rückte die Feuerwehr am Dienstagnachmittag aus, weil sich Straßen binnen kurzer Zeit in Bäche verwandelt hatten, Keller und Tiefgaragen liefen voll. Bis spät in die Nacht waren die Helfer im Einsatz.

Aktuell kommt es zudem zu vereinzelten Ausuferungen an den südbayerischen Flüssen. Etwa im Einzugsgebiet der Mangfall sowie an der Loisach, der Sur und der Zusam. Dort wurde am Mittwoch nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes die Meldestufe 1 erreicht. Knapp wurde dieser Wert vor dem Ablaufen der Welle auch noch für die Donau in Passau und die Isar in Plattling erwartet.

Auch an den Seen in Südbayern sind die Wasserstände leicht angestiegen. So überschritt der Schliersee in der Nacht zum Mittwoch Meldestufe 1. Dort wie auch am Ammersee haben sich die Pegel im Laufe des Donnerstags wieder normalisiert. Sommerfrischler müssen nur vereinzelt mit Einschränkungen rechnen: Auf dem Chiemsee fahren die Schiffe die Anlegestellen Bernau/Felden und Übersee/Feldwies vorerst nicht an.

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen damit, dass sich die Lage am Wochenende entspannt. Heute bleibt es, von einem geringen Schauerrisiko an den Alpen abgesehen, trocken bei maximal 15 bis 20 Grad. Am Samstag zeigt sich die Sonne im Tagesverlauf öfter, später soll es vereinzelt Schauern, an den Alpen eventuell mit kurzen Gewittern. Und am Sonntag gibt der Sommer ein Gastspiel: Dann wird es bei überwiegend sonnigem Wetter bis 28 Grad warm. tsr, kb, dpa

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