Felssturz geht auf Hauptstraße nieder

von Redaktion

Meran – Die Unwetter in Italien sorgen weiter für Muren und Steinschläge: Mitten in der Nacht donnerten gestern im Südtiroler Vinschgau mehrere Felsen auf eine Hauptstraße. Autofahrer hatten unfassbares Glück.

Bei Latsch westlich von Meran hat der Regen mehrere tonnenschwere Felsen aus einem Steilhang gespült. Die riesigen Brocken krachten auf die Vinschgauer Hauptstraße (SS 38). Diese Straße führt vom Reschenpass (Grenze zu Österreich) nach Meran und weiter nach Bozen und ist eine beliebte Alternative für Urlauber, die den Brenner meiden wollen.

Die tonnenschweren Brocken donnerten früh um 4 Uhr aus etwa 50 Meter Höhe durch den Wald und mähten Dutzende Bäume nieder, bevor sie über einen Landwirtschaftsweg und durch eine Apfelplantage rauschten.

Der mächtigste Felsbrocken krachte dann mitten auf die Fahrbahn. Ein weiterer großer Brocken blieb am Rand der Straße liegen, weitere kleinere Felsen verteilten sich am Hang oberhalb.

Ein Lkw-Fahrer konnte noch rechtzeitig bremsen und blieb stehen. Dann kam ein Fiat 500 mit vier Insassen aus Richtung Meran. „Der Fahrer überholte noch den Lkw und wollte zwischen den Felsen durchfahren“, berichtet Werner Linser, Kommandant der Latscher Feuerwehr, unserer Zeitung. „Das Auto blieb dann am Fahrbahnrand in einem Loch stecken, das durch den Felssturz entstanden war.“

Die vier Insassen stiegen schnell aus und brachten sich in Sicherheit. Man konnte nicht ausschließen, dass weitere Felsen auf die Straße donnern. „Auf jeden Fall hatten die Insassen riesiges Glück gehabt“, so Linser weiter. „Ein paar Momente früher – und der Felsen hätte das Auto voll treffen können.“ Die Hauptstraße ist mindestens bis Pfingsten gesperrt, der Verkehr muss durch den Ort. JOHANNES WELTE

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