Gestern muhte mir die Kuh Alma, dass sie bald eine Glocke um den Hals tragen darf. Es werde die größte Glocken ihrer Herde sein, da sie die Leitkuh, also die Anführerin, ist. Der Bauer habe ihr außerdem ein besonders schönes neues Lederband versprochen. „Ich bin ja die Lieblingskuh und bekomme deshalb die schönste Glocke mit einem reich verzierten Band.“
Alma rupfte ein paar saftige Grashalme aus dem Boden, kaute sie genüsslich, bevor sie ihr Mahl runterschluckte und zu muhen anfing: „Vor allem in der Schweiz, Österreich und in Deutschland, aber auch in Ägypten und Asien, findet man oft große Kuhherden mit Glocken. Gerade auf großen Weideflächen haben die Glocken einen Vorteil für die Bauern. Bewegten sie sich, ertönt ein Geläut und der Besitzer kann so seine Tiere leichter finden. Auch in bergigen Gebieten oder bei Dunkelheit oder Nebel sind wir gut auszumachen, auch wenn man uns nicht sieht. Doch dient das Geläut der Kuhglocke nicht nur zum Wiederfinden der Rinder, sondern auch zu ihrem Schutz. Da die Kuhherden meist aus vielen Rindern bestehen, kann die Vielzahl der Glocken für ein weit hörbares und lautes Gebimmel sorgen. Unerfahrene Raubtiere versetzt dieses laute Geläut in Angst und Schrecken.“ Eure Paula