Füssen/Kathmandu – Nach dem Tod des Allgäuer Bergsteigers Luis Stitzinger (54) im Himalaya wird nun versucht, seine Leiche vom Berg herunterzubringen. Sie soll vom zweiten Höhenlager des dritthöchsten Bergs der Welt Kangchendzönga („Kantsch“) ausgeflogen werden, sagte Mingma Sherpa, der Chef der Expeditionsfirma Seven Summit Treks, die seinen Trip organisiert hatte. Die Leiche solle bis Donnerstag in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu gebracht werden.
Der erfahrene Berg- und Skiführer Stitzinger aus Füssen wurde seit Donnerstag vermisst. Zuvor hatte der 54-Jährige allein und ohne künstlichen Sauerstoff den 8586 Meter hohen Berg bezwungen, allerdings erst gegen 17 Uhr den Gipfel erreicht. Es war sein zehnter Achttausender. Gegen 21 Uhr verlor sich seine Spur auf 8400 Metern. Am Dienstag wurde er von Sherpas tot im Schnee liegend gefunden.
Stitzingers Ehefrau Alix von Melle veröffentlichte einen letzten Gruß an ihren Luis, in dem es heißt: Den Kangchendzönga ohne Flaschensauerstoff und auf eigene Rechnung zu bezwingen, sei sein „ganz großer Lebenstraum“ gewesen, „den du dir noch so gerne erfüllen wolltest. Deine Augen haben vor Begeisterung geglänzt, wenn du von ihm gesprochen hast.“ Auch der Kölner Journalist Stefan Nestler veröffentlichte letzte Zeilen an den Extrembergsteiger – er hatte unter seiner Führung 2014 den Kokodak Dome (7129 Meter) in China erstbestiegen. Kein Berg sei es wert, dafür sein Leben zu lassen, das habe Luis immer gesagt. „Stitzinger war ein großartiger Mensch, ein überaus starker Bergsteiger und ein umsichtiger Bergführer. Luis wird fehlen.“ dw/dpa