Der Garmisch-Partenkirchener Landrat Anton Sperr hat den Gedenkgottesdienst ein Jahr nach dem Zugunglück von Burgrain zu einer Mahnung an die Deutsche Bahn und die Verkehrspolitik genutzt. Der Tod der fünf Menschen in der Regionalbahn sollte „eine Mahnung sein, dass alles getan wird, damit unsere Bahnstrecken sicherer werden“, sagte Sperr in der Wallfahrtskirche St. Anton in Partenkirchen am Fuße des Wank. Dort erinnerten sich Angehörige und Rettungshelfer an den 3. Juni 2022. Die Wallfahrtskirche sei bewusst ausgewählt worden, sagte Dekan Andreas Lackermeier. „Wenn Außergewöhnliches passiert, wenn Menschen im Leben vor schier unlösbaren Aufgaben stehen, dann kommen sie hier hoch nach St. Anton.“ Der evangelische Ortspfarrer Martin Dubberke sagte, die Trauer könne nicht „wie ein altes Gewand“ ausgezogen werden. „Aber wir sollten Mut haben, von der Trauer loszulassen.“
Mit einem fünfminütigen Geläut der Kirchen im Werdenfelser Land zum Zeitpunkt des Zugunglücks um 12.16 Uhr wurden auch jene Gläubigen erreicht, die nicht den Weg in die Wallfahrtskirche gefunden hatten. cf