In Bayern rüsten sich viele Katholiken für den Feiertag Fronleichnam am Donnerstag. An diesem Tag bietet die katholische Kirche all das auf, was sie von der Nüchternheit der evangelischen Kirche unterscheidet: Weihrauch, Fahnen, Statuen, Blumen, Ministrantinnen und Ministranten, prachtvolle Messgewänder. Gefeiert wird das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Papst Urban IV. machte Fronleichnam 1264 zum offiziellen Fest. Die erste Prozession im heutigen Bayern dürfte es 1286 in Benediktbeuern gegeben haben. Vielerorts werden die Straßen festlich geschmückt, wenn die Prozession durch den Ort zieht. Es werden auch Heiligenfiguren und andere christliche Kunstwerke geschmückt und durch die Straßen getragen. Der Reformator Martin Luther (1483-1546) hatte eine sehr klare Meinung zu Fronleichnam. Er schrieb einst, er sei keinem Fest „mehr feind“ als diesem. „Denn da tut man alle Schmach dem heiligen Sakrament, dass man’s nur zum Schauspiel umträgt und eitel Abgötterei damit treibet.“ dpa