Agnes und ich haben gestern einen Ausflug nach München gemacht. Natürlich haben wir uns die vielen Sehenswürdigkeiten angeschaut. Die Frauenkirche zum Beispiel und das Valentin-Karlstadt-Musäum. Als wir an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) vorbeikamen, entdeckte ich etwas Interessantes am Boden. In das Pflaster vor der Uni sind Tontafeln eingelassen. „Die erinnern an die Geschwister Scholl. Der Platz hier heißt auch Geschwister-Scholl-Platz“, erklärte Agnes. „Von denen habe ich noch nie gehört“, quakte ich. „Die müssen ja wichtig sein, wenn sie einen eigenen Platz in München gewidmet bekommen.“ Agnes bejahte: „Die muss man wirklich kennen. Als 1939 Adolf Hitler in Deutschland an die Macht kam, schränkte er die Presse- und Meinungsfreiheit ein. Das heißt, dass Zeitungen nicht mehr schreiben durften, was sie wollten. Und auch den Menschen war es verboten, privat oder in der Öffentlichkeit schlecht über die Politik zu reden. Wer sich nicht daran hielt, den erwarteten harte Strafen. Die Geschwister Hans und Sophie waren in dieser Zeit Studenten. Sie schrieben auf Flugblätter, dass Hitler ein Lügner und ein Massenmörder sei. Dafür mussten sie dann sterben.“
Eure Paula