Pähl – An so einen Fall können sich selbst die Experten vom Bayerischen Gemeindetag nicht erinnern. Der neu gewählte Bürgermeister von Pähl (Kreis Weilheim-Schongau), Marius Bleek, weigert sich, sein Amt im Rathaus anzutreten. Der 29-Jährige ließ über die Gemeinde-Homepage verbreiten, dass er sich „mit tiefstem Bedauern und durch nicht vorhersehbare Umstände gezwungen sieht, einen Schritt zurückzutreten und das Amt nicht wie geplant zu übernehmen“. Näheres teilte er nicht mit.
Bleek, der als Polizist in Germering arbeitet, hatte die Wahl am 7. Mai mit 770 Stimmen völlig unerwartet gegen den langjährigen Amtsinhaber Werner Grünbauer (575 Stimmen) gewonnen. Am kommenden Donnerstag, 29. Juni, hätte er eigentlich vereidigt werden sollen. Dazu kommt es jetzt wohl nicht.
Zwar komme es immer wieder mal vor, dass ein Bürgermeister zurücktritt, sagt der Geschäftsführer des Gemeindetags, Franz Dirnberger. „Doch so einen Fall, dass jemand noch vor Amtsantritt aufhört, ist mir noch nie untergekommen.“ Verpflichtungen gegenüber dem Amt, das er noch nicht angetreten hat, habe Bleek nicht, heißt es beim Gemeindetag. Er könne jederzeit einen Antrag auf Entlassung stellen.
Übergangsweise wird nun die zweite Bürgermeisterin Ursula Herz die Amtsgeschäfte führen. Ihre Aufgabe wird es sein, einen oder mehrere Kandidaten für eine Neuwahl zu gewinnen. In seinem Rücktrittsschreiben meint Marius Bleek zuversichtlich: „Im Gemeindegebiet gibt es viele talentierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger, die das Potenzial haben, das Amt des Bürgermeisters erfolgreich auszuüben.“
BORIS FORSTNER/DIETER ROETTIG