Fürstenfeldbruck – So schlimm, wie es manche befürchtet hatten, war es dann doch nicht. Allerdings hat das Unwetter am Donnerstagabend vor allem im Südwesten von Oberbayern doch einige Schäden angerichtet.
Sicherlich am meisten zu tun hatten die Feuerwehren in den Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck und München.
Dutzende Einsätze beschäftigten nahezu alle Feuerwehren im Kreis Starnberg. „Größtenteils handelte es sich um umgestürzte Bäume, die Fahrbahnen blockierten oder gegen Gebäude stürzten“, berichtete der Sprecher der Kreisbrandinspektion, Tom Schade. Ungewöhnlich war ein brennender Baum in Percha – die Feuerwehr musste löschen und dann die Spitze kappen. Gegen 20.35 Uhr blieb eine S8 bei Weßling liegen, weil ein Ast den Stromabnehmer beschädigt hatte. 55 Fahrgäste mussten evakuiert werden.
80 Einsätze zählte die Kreisbrandinspektion Fürstenfeldbruck. Der wohl aufwendigste war in Esting, wo ein Gerüst an einem fünfstöckigen Haus teilweise einstürzte und auch Autos beschädigte. Feuerwehr und eine Fachfirma mussten es demontieren. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizei auf 70 000 Euro. In Graßlfing, einem Stadtteil von Olching, wurden in nahezu jeder Straße Bäume entwurzelt, die auf Telefonleitungen, Gebäude oder Straßen stürzten. In Ottobrunn (Kreis München) fällte ein Blitz einen Baum, der dann brennend in einen Dachstuhl einschlug. Die Feuerwehr musste löschen. „Wir haben aufgrund des starken Regens noch ein Notdach auf das Gebäude gelegt“, berichtete Feuerwehrkommandant Eduard Klas.
Auch außerhalb von Oberbayern gab es Schäden: So war die A9 infolge einer Schlammlawine gesperrt. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, war die Fahrbahn in der Nacht zu Freitag bei Marktschorgast (Landkreis Kulmbach) mehrere 100 Meter bis zu 10 Zentimeter hoch mit Schlamm und Schotter bedeckt. Es bildete sich ein 16 Kilometer langer Stau.
In Oberpfalz war die Bahnstrecke zwischen Schwandorf und Cham zeitweise gesperrt. Leicht verletzt wurde ein 26-Jähriger bei einem Verkehrsunfall bei Roth in Mittelfranken. Sein Fahrzeug geriet auf der nassen Fahrbahn ins Schleudern, flog über die Böschung und blieb in einem Baum auf circa zwei Metern Höhe hängen.
Interessant: Obwohl die Unwetterschäden in Hessen und im angrenzenden Niedersachsen, also bei Kassel und Braunschweig, am größten waren (siehe Artikel unten), zeigt die Blitz-Bilanz ein anderes Bild.
Nach einer Zählung des Portals „Unwetterradar Deutschland“ wurden am Donnerstag in Deutschland 748 300 Blitzentladungen erfasst, was dem höchsten Tageswert seit mehreren Jahren entspricht. Die meisten Blitze gab es dabei in Bayern (206 065), gefolgt von Hessen (131 306) und Niedersachsen (107 094). mm/lf/ike/ali/st/dpa