Im Frühjahr Nässe, dann Trockenheit: Bayerns Bauern kämpfen mit den Folgen des Klimawandels und erwarten für diese Saison eine unterdurchschnittliche Ernte. Das sei keine tolle Botschaft, sagte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) gestern bei der traditionellen Erntefahrt in Vaterstetten im Kreis Ebersberg. Deutschlandweit wird die Getreideernte nach Schätzungen um fünf Prozent unter dem Zehnjahresschnitt und drei Prozent unter dem Vorjahr liegen. „Seit Wochen fehlen Niederschläge, es ist viel zu trocken“, sagte Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (Foto). Das sei vor allem für die Sommerkulturen wie Sommergerste, Mais oder Kartoffeln dramatisch. Scharfe Kritik gab es an der Agrarpolitik und Auflagen aus Brüssel und Berlin. EU-Auflagen zur Stilllegung von Flächen seien kontraproduktiv. Bayerns Bauern arbeiteten längst nach höchsten Umweltstandards, betonte Kaniber. China und Russland kauften weltweit Flächen auf. „Sie sichern sich damit auch ein strategisches Ziel. Was uns bei der Energie passiert ist, dass wir abhängig geworden sind, darf uns bei den Lebensmitteln auf keinen Fall passieren.“ Foto: Hoppe/dpa