München – Kurz vor knapp eilt Florian Silbereisen gestern Vormittag ins Antiquarium der Münchner Residenz. „Das hat nicht an meiner Zeitplanung gelegen, sondern an den Verkehrsbedingungen in München“, sagt Silbereisen und lacht. „Die Baustellen hätten mich fast noch meinen Orden gekostet.“ Als „ein hervorragender Repräsentant des Freistaats in der deutschsprachigen Unterhaltungswelt“ überreichte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ihm den Bayerischen Verdienstorden.
Showmaster, Fernsehmoderator, Sänger und Schauspieler. Silbereisen (41) ist einer der beliebtesten Entertainer in Deutschland. „Es ist ein großer Augenblick der Ehre“, sagt er. „Besonders in Zeiten der Krisen hat die Unterhaltung einen großen Stellenwert.“ Er wolle den Menschen für ein paar Stunden Freude bereiten. Das gelingt ihm. Mit Musikshows und seiner Rolle als Traumschiffkapitän im ZDF erreicht er ein Millionenpublikum. Seinen Erfolg nutzt er, um sich für ein vereintes Europa oder soziale Projekte einzusetzen.
Für mehr Optimismus statt Verzweiflung wirbt Söder in seiner Rede. In einer Zeit der Krisen sei heute ein Tag der Anerkennung. „Wir brauchen wieder mehr Hoffnung. Diese Auszeichnung stärkt die Demokratie.“ Das bayerische Gemeinwesen sei eines der stabilsten der Welt. Mit Menschen wie den Verdienstordensträgern werde das in Zukunft so bleiben.
Selbst wenn Silbereisen seit Kurzem in Österreich lebt, kommt der gebürtige Passauer immer wieder zurück nach Hause. „Bayern ist und bleibt meine Heimat“, sagt er. „Ich liebe alles an Bayern.“ Er habe hier seine Kindheit verbracht. „Meine Wurzeln liegen hier.“
Der Bayerische Verdienstorden ist die größte bayerische Auszeichnung und hat eine besondere Tradition. „Wer ihn bekommt, gehört zum exklusivsten Club Bayerns“, sagt Söder. Den ersten Orden erhielt Altkanzler Konrad Adenauer. Immer nur 2000 lebende Personen dürfen ihn besitzen. Sänger, Schriftsteller, Trachtler und Sportler. Alle vereint der Einsatz für die Gemeinschaft.
Rita Falk (59) empfindet nach dieser Auszeichnung Ehre und Freude. „Ich glaube, so wie alle Preisträger.“ Und, ja, sie sei auch ein bissl stolz. Das sei sie nicht oft. „Aber jetzt steht man da, schaut zurück auf das, was man geschafft hat und denkt sich: gar nicht so verkehrt.“
Falk begeistert mit ihren Eberhofer-Romanen die Massen. Im Oktober erscheint Band 12, das „Steckerlfischfiasko“. Deswegen fährt Falk nach der Verleihung auch direkt nach Hause. Gerade hat sie Kapitel 18 vollendet, jetzt will sie weiter schreiben. „Natürlich sind die Bücher eine Liebeserklärung an meine Heimat“, betont Falk. „Ich liebe Bayern über alles, ich könnte mir nie vorstellen, irgendwo anders zu leben.“