von Redaktion

Agnes, Waldemar und ich waren kürzlich im Chiemsee schwimmen. Wir paddelten gemütlich zur Herreninsel, um sie zu erkunden. „Wartet bitte! Ich muss noch kurz in der Sonne trocknen“, schnaufte Waschbär Waldemar.

Neidisch bemerkte er, dass unsere Federn trocken waren. Agnes schnatterte: „Wir haben hydrophobe Federn. Hydrophob bedeutet wasserabweisend. Unsere Federn sind nämlich imprägniert – mit dem Fett aus unserem Bürzel. Aus der Bürzeldrüse kommt ein fetthaltiges Sekret, das wir mit dem Schnabel auf den Federn verteilen.“ Ich hatte auch schon mal vom Imprägnieren gehört. Zweibeiner sprühen ihre Regenjacken und Schuhe mit einem Mittel ein, damit ihre Kleidung auch bei Regen trocken bleibt. Wenn Regenjacken zu oft gewaschen werden, löst sich die Imprägnierung durch das Waschmittel auf und muss erneuert werden. Das Konzept der wasser- und schmutzabweisenden Oberflächen hatten die Zweibeiner sich von der Lotuspflanze abgeschaut. Gelangt ein Wassertropfen auf ein Lotusblatt, perlt er tropfenförmig ab und nimmt Schmutzpartikel auf der Oberfläche mit. Die Zweibeiner nehmen sich viele Tricks aus der Natur als Vorbild für die Technik. Bionik nennt man das.

Eure Paula

Artikel 3 von 11