München – Oktoberfest-Narrische wissen – es ist der inoffizielle Auftakt zur Wiesn: Nicht nur hat gestern der Aufbau auf der Theresienwiese begonnen, noch dazu präsentierten die Wiesnwirte am Abend zum 21. mal ihren diesjährigen Wirte-Krug. In weniger als 10 Wochen, am 16. September, beginnt das Oktoberfest.
Den diesjährigen Wirte-Krug schmückt ein Hirsch, an seinem Geweih hängen die Plaketten der einzelnen Wiesn-Zelte. Das Motiv sei „gesellschaftspolitisch“ zu sehen, sagt Wirte-Sprecher Peter Inselkammer – es sei ein Beitrag „zur Gleichberechtigung auf der Wiesn“. Denn: „Mit diesem Krug kann jetzt jeder Wiesngast sein Bier aus einem Hirschen trinken.“ Zur Erklärung: Der sogenannte Hirsch ist ein 200-Liter-Holzfass, auf der Wiesn gibt’s die nur von Augustiner, dementsprechend nur in Zelten, in denen Augustiner ausgeschenkt wird. Der Krug kostet 35 Euro ohne Zinndeckel, 49 mit.
Jedes Jahr gibt’s zwei ganz besondere Krüge und Sammlerstücke: den Krug der „großen“ Wiesnwirte und den offiziellen Oktoberfestkrug der Stadt München. Letzteren gibt es seit 1978, ihn ziert traditionell das Motiv des jährlichen Wiesn-Plakats. Heuriger Gewinner des Wettbewerbs ist der freiberufliche Grafiker Manfred Escher aus Freising. Verkaufsstart ist in den Tagen kurz vor dem Anstich.
Den Festkrug der Vereinigung der Münchner Wiesnwirte gibt es seit 2002, traditionell mit eher nostalgischem Motiv. Wie der Wiesn-Krug der Stadt wird der Wirte-Krug in limitierter Auflage herausgegeben – was ihn für Sammler interessant macht.
Auch Peter Inselkammer sammelt die Krüge – sowohl den der Wirte als auch den offiziellen der Stadt. „Nach 30 Jahren macht das gut 60 Krüge, die ich in meinem Regal stehen habe“, erzählt er.
Die Sammler-Stücke sind Steinkrüge – „Keferloher“. Früher wurde nur in solchen das Bier auf der Wiesn ausgeschenkt, bis sie 1955 allmählich durch Glaskrüge abgelöst wurden – „Isarseidl“. Lediglich auf der Oidn Wiesn wird auch heuer noch in Steinkrüge ausgeschenkt.
Letztendlich ist es den Besuchern wohl egal, aus welchem Krug sie ihr Bier genießen – Hauptsache, es fließt.
LEONI BILLINA