Garmisch-Partenkirchen – Ihr Tod schockierte den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Im Oktober 2022 lauerte ein 29-jähriger Informatiker Aline F. auf. Die 21-Jährige aus Cherson in der Ukraine hatte die Liebe des Jordaniers nicht erwidert. Daraufhin erschlug er sie vor der Haustür der gemeinsamen Flüchtlings-Unterkunft im Ortsteil Garmisch. Jetzt ist die Anklage gegen ihn fertig. Sie lautet auf Mord.
Mit einem Beil, das er sich organisiert hatte, drosch der Mitbewohner an einem frühen Oktober Morgen hinterrücks auf sie ein. Aline F. erlitt eine offene Schädelfraktur. Trotz mehrerer Notoperationen konnte sie nicht gerettet werden, sie starb einen Monat später.
Ihr Peiniger flüchtete mit dem Radl vom Tatort. Dann fuhr er mit der Gondel zur Alpspitz-Bergstation. Dort bestellte er sich im Restaurant Bratwurst mit Pommes. Dann trieb er sich dort herum. Um 15 Uhr aß er nochmals eine Bratwurst. Derweil lief im Tal eine große Fahndung – auch mit Hubschraubern. Als der Wirt am Abend im Internet davon las, erkannte er seinen seltenen Gast und alarmierte die Polizei. Die fand den Mann in einem Deckenlager im Gebäude und nahm ihn fest. Seitdem sitzt er in U-Haft.
Dem Informatiker droht lebenslange Haft. Da er offenbar unter keiner gravierenden psychischen Beeinträchtigung leidet, kann er weder mit einer Strafminderung noch mit einer Unterbringung in der Psychiatrie rechnen. Im Herbst soll verhandelt werden. ANGELA WALSER