Flughafen kassiert altes Wachstumsziel

von Redaktion

München – Der Flughafen ist nach der Corona-Krise weiter kräftig im Aufwind. Doch das ursprüngliche Ziel, im nächsten Jahr wieder die Zahlen des Vor-Corona-Jahres 2019 zu erreichen, wird stillschweigend kassiert.

Mit 16,6 Millionen Fluggästen verzeichnet der Flughafen in den ersten sechs Monaten ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, heißt es in einer Halbjahresbilanz. Das sind rund drei Viertel des Aufkommens im Jahr 2019. Bei der Zahl der Flüge ist das Wachstum gegenüber 2022 etwas moderater. Von Januar bis Juni wurden 141 504 Flugbewegungen gezählt, ein Plus von 9,4 Prozent. Flughafen-Chef Jost Lammers hatte in der Vergangenheit betont, Ziel sei es, 2024 wieder an das Jahr 2019 anzuknüpfen. Doch scheint dies angesichts der jüngsten Zahlen unwahrscheinlich.

Im ersten Halbjahr 2019 waren am Flughafen 205 000 Maschinen gestartet oder gelandet, erklärt der Flughafen auf Anfrage. Die 141 504 Flüge im Halbjahr 2023 sind im Vergleich zu 2019 ein Minus von 30,9 Prozent. Die Zahl der Flüge wird insbesondere von den Flughafen-Anrainern aufmerksam registriert. Sie befürchten, dass das Thema 3. Startbahn wieder aktuell wird, wenn die Zahl der Flüge stark zunimmt. Doch danach sieht es nicht aus.

Als Grund für das verhaltene Wachstum bei den Flugbewegungen wird angeführt, dass der Verkehr an deutschen Flughäfen im europäischen Vergleich langsamer zunimmt. Grund sei unter anderem, wie auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft ausgeführt habe, der Rückzug einiger Lowcost-Airlines vom deutschen Markt. Zudem ist die Auslastung der Maschinen ab München sehr hoch. „Mit einem Wert von knapp 80 Prozent liegt der Flughafen hier auf Rekordniveau.“ Die Frage, ob 2024 das alte Niveau von 2019 erreicht werden könnte, beantwortet der Flughafen wie folgt: „Die Entwicklungen im Luftverkehr verlaufen derzeit sehr unterschiedlich, was eine Prognose schwierig macht.“  dw

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