Disney-Abenteuer im Labyrinth

von Redaktion

Uttinger Familie macht jeden Sommer aus Pflanzenfeld eine außergewöhnliche Attraktion

Utting – Vorsichtig stapft Ulli Ernst durch sein Feld. Er will keine Pflanze umtreten. „Bis August wachsen die Pflanzen zehn Zentimeter pro Tag“, erklärt er. Wegen des verregneten Frühlings konnte Familie Ernst ihr Feld erst Ende April einsäen. „Wir sind deshalb etwas später dran als sonst.“ Trotzdem ist der Landwirt aus Utting im Landkreis Landsberg am Lech optimistisch, dass er sein Pflanzen-Labyrinth am 19. Juli eröffnen kann. „Bis dahin werden wir die optimale Versteckhöhe erreichen.“ Das sind dreieinhalb Meter. Das drei Fußballfelder große Labyrinth am Westufer des Ammersees ist nicht nur in Utting bekannt. In diesem Jahr hat sich Familie Ernst für das Thema „100 Jahre Disney“ entschieden.

Seit 25 Jahren gibt es das Labyrinth. In den vergangenen Jahren mähte die Familie die Umrisse von Martin Luther, der Biene Maja oder der Maus aus der Sendung mit der Maus ins Feld. 2022 wurde das Labyrinth eine Weltkarte mit der Friedenstaube.

„Die Kinder konnten spielerisch die Welt entdecken.“ Jetzt haben Micky und Minnie Maus die Ehre, ins Uttinger Pflanzenfeld eingraviert zu werden. Der Aufwand ist riesig. „Alleine wäre das nicht zu stemmen“, sagt Ernst. Inzwischen besteht das Organisationsteam aus 30 jungen Leuten. Dazu ein kleineres Konzeptionsteam, das sich um die Spiele kümmert. Das leitet Corinne Ernst. „Wir sind jetzt richtige Disney-Experten“, sagt sie und lächelt.

Auch mit der Hochschule München arbeitet die Familie zusammen. Ein Studententeam der Geoinformatik rechnet die Koordinaten aus. Ende Mai, wenn die Pflanzen wenige Zentimeter hoch sind, übertragen die Studenten die Geodaten vom Laptop auf das Feld. Sie streuen mit Kalksteinen die Bildumrisse aus. Dank des weißen Kalks weiß Ernst genau, wo er mit der Motorsense entlangfräsen muss.

Um ihn herum blühen die ersten Sonnenblumen in leuchtendem Gelb. Die wilde Malve in Lila. Der Hibiskus in Rosa. Dazwischen grüner Hanf. „Der Mais dient als Stützfunktion“, erklärt Ernst. „In der Höhe kann er noch nicht mithalten.“ Vereinzelt gibt es Gitterwände, an denen sich Bohnensträucher und Kletterpflanzen emporranken. „Die müssen wir regelmäßig befestigen“, sagt Ernst und klemmt einen Ast ans Gitter. Die Mischung erhöht die Flexibilität. Die Pflanzen sind besser gegen Schneckeninvasion und Trockenheit gewappnet. Obwohl Ernst das Feld bewässert, kommt er bei der Hitze kaum hinterher.

Die studentischen Helfer sind gerade dabei, das Kassenhäuschen zu streichen. Die Wege streuen sie mit Stroh aus. Die Spielstationen bekommen einen Platz. Die Kinder müssen nicht nur durch das Labyrinth finden, sondern dürfen Spiele rund um das Disney-Motto machen. Die Mädchen suchen Märchenprinzessinnen. Die Buben vier Helden. Selbst Mama und Papa machen mit. Es geht nach Entenhausen oder auf eine Reise mit Mary Poppins’ Regenschirm. Für die Allerkleinsten gibt es Wasserschleusen und eine Kugelbahn. In Insektenhäusern können die Kinder Käfer und Bienen beobachten. Der Eintritt kostet sechs Euro für Kinder, sieben Euro für Erwachsene (Öffnungszeiten unter www.exornamentis.de). Am Ende ist das Disney-Paar nicht nur ein Kunstwerk, sondern ein Irrgarten mit jeder Menge Spielspaß. Genau das ist das Ziel von Familie Ernst. Sie wollen ein außergewöhnliches Erlebnis schaffen. „Es ist die pure Lust an der Gestaltung und der Spaß für Kinder, die uns jedes Jahr antreiben.“

CARINA OTTILLINGER

Im Irrgarten müssen die Kinder

Aufgaben lösen

Artikel 2 von 11