Schloss Hofstetten ist ständig im Wandel

von Redaktion

Familie Leuschner investierte Millionen

Eichstätt – Vielleicht war es auch so ein herrlicher Sommertag, damals im Juni 1690, als der alte, an Nieren- und Gallensteinen leidende Eichstätter Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell mal wieder seine alte Burg Hofstetten besichtigte. Sein Blick schweifte von der Ruine, die die Schweden nach dem 30-jährigen Krieg hinterlassen hatten, übers schier unendliche Wipfelmeer vor seinen Augen. Hinüber zum hügeligen Altmühltal. Da war sie plötzlich, die Idee: „Ein Jagdschloss soll daraus werden, wenn alles wieder hergestellt ist. Und den Auftrag kriegt Hofbaumeister Jakob Engel von mir.“ So geschah es dann auch.

Knapp 300 Jahre später war das Gebäude wieder in einem schlechten Zustand. Diesmal stand die junge Familie Leuschner aus Ingolstadt am selben Ort – vor einer jämmerlichen Burgruine. Und auch sie fassten den Entschluss, alles wieder aufzubauen. Rund 50 Jahre später lacht Peter Leuschner darüber, wie naiv er damals mit 27 gewesen ist. „Wer anfängt zu renovieren, hört ein Leben lang nicht mehr auf“, sagt er und schmunzelt. Seine Frau Helga hatte sich ja eigentlich eher in den 7750 Quadratmeter großen Schlossgarten verliebt, erzählt sie. „Es war Liebe auf den ersten Blick.“

Mitte der 70er-Jahre waren die Leuschners also plötzlich Schlossbesitzer – und damit auch bald Renovierungsexperten und Hobby-Archäologen. Die Familie investierte viel Liebe und Kraft, um das verfallene Schloss bewohnbar zu machen. Und etwa drei Millionen Euro (eigene Mittel und Fördergeld). Dafür wurden sie auch mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ausgezeichnet.

Das Bauwerk mit seinen 25 Zimmern und seinen rund 700 Quadratmetern Wohnfläche ist weiter im Wandel. Die Leuschners haben Hofstetten zum kleinen Hotel ausgebaut. „Das Schloss muss Geld erwirtschaften, um den künftigen Bauunterhalt zu sichern“, sagt Peter Leuschner. Die Familie hat lange genug für das Schloss gearbeitet – nun soll es auch mal für sie arbeiten. Für Urlauber werden Ferienwohnungen vermietet, auch für Hochzeiten, Feiern oder Seminare können die Räumlichkeiten gemietet werden.

Auch ihr Sohn Juri (47) hat das Schloss geprägt. Er lebt und arbeitet für Hofstetten. Mittlerweile ist er immer mehr für die Vermarktung des Anwesens verantwortlich. „Ich fühle mich inzwischen als eine Art Hüter“, sagt er. OLIVER MENNER

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