Marktschellenberg – Die Kontrollen der Bundespolizei an Bayerns Außengrenzen sind bei den Einheimischen vor Ort nicht sehr beliebt: Für Pendler oder Ausflügler bedeuten sie Verzögerungen im kleinen Grenzverkehr. Eine Familie aus dem Berchtesgadener Land war in der Nacht auf Samstag aber doch sehr froh, dass am ehemaligen Schlagbaum die Bundespolizei den Urlauberverkehr kontrollierte.
Am frühen Morgen stand auf einmal der Kleinbus bei Marktschellenberg an der Grenze zu Österreich. Die Bundespolizei Bayreuth hatte Unterstützungskräfte geschickt, um den Rückreiseverkehr zu kontrollieren. Der sichtlich nervöse Busfahrer überraschte die Beamten, als er ihnen mitteilte, dass seine Frau kurz davor sei, ein Kind auf die Welt zu bringen. „Auf dem Beifahrersitz erblickten die Beamten die Hochschwangere mit starken Wehen und erkannten sofort den Ernst der Situation“, berichtet Matthias Grünler, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freilassing.
Für eine Fahrt zum nächsten Kreißsaal in Salzburg war es zu spät. „Während der Vater zusammen mit dem Kontrollstellenleiter den Rettungsdienst verständigte, kümmerte sich eine junge Beamtin um die werdende Mutter“, berichtet Grünler weiter. Die Beamten verständigten zwar den Rettungsdienst, doch es war bereits klar: Das Baby wird schneller da sein als der Krankenwagen.
So wurde die Bundespolizistin aus Bayreuth unversehens zur Hebamme – sie leistete Geburtshilfe und machte diesen Job hervorragend: „Alles lief reibungslos. Schon nach wenigen Minuten erblickte die kleine Leonie das Licht der Welt“, berichtet Grünler. Das Mädchen war 47 Zentimeter groß und 2330 Gramm schwer. Der Krankenwagen brachte die Familie in das Salzburger Landeskrankenhaus. Am Montag meldete sich der glückliche Vater bei der Bundespolizei und bedankte sich. „Mutter und Tochter sind wohlauf“, berichtet er. „Sie können schon bald aus dem Krankenhaus entlassen werden.“ JOHANNES WELTE
Es dauerte nur Minuten, bis Leonie auf der Welt war