Ludwigsstadt – Sie sollen Belege für das erste Massensterben der Erdgeschichte sein: Im oberfränkischen Ludwigsstadt sind 443 Millionen Jahre alte Spuren im Schiefergestein gefunden worden, wie das Landesamt für Umwelt mitteilte. Bei Bauarbeiten seien Geologen in einer freigelegten Straßenböschung auf die alten Belege gestoßen. „Damals lag die Gegend komplett unter Wasser und war Teil eines riesigen Ozeans“, sagte Roland Eichhorn, der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU. Eine bis heute rätselhafte Katastrophe habe fast alles Leben im Meer ausgelöscht. Jetzt sei es zum ersten Mal gelungen, die Spuren dieses Massensterbens auch in bayerischen Gesteinen nachzuweisen.
Mit einem Bagger wurde das Schiefergestein freigelegt, damit LfU-Geologen mit einem speziellen Diamantbohrer Gesteinsproben für Untersuchungen entnehmen konnten. Anhand dieser Proben soll auch geprüft werden, wie die Fundschicht als Geotop für die Öffentlichkeit erhalten werden kann.
„Die Gesteine sind uralt und dennoch brandaktuell“, sagte Geologe Eichhorn. Nun würden sie in Kooperation mit der Uni Freiberg genauer untersucht, um so Rückschlüsse zu gewinnen, wie es zu dem Massensterben kam. „Forscher vermuten, dass eine weltweite Klimaerwärmung Auslöser dieser Katastrophe war“, sagte Eichhorn.