Namensfehler kostet Syrer die Stelle

von Redaktion

Reisepass falsch übertragen

Herrsching – Ein Missverständnis hat Mohammad Jasem vermutlich seinen Ausbildungsplatz gekostet. Der Syrer lebt seit 2015 mit seiner Familie in Herrsching im Landkreis Starnberg. Sein Asylantrag ist längst anerkannt, die Familie hat bereits eine Wohnung gefunden. Doch es gibt ein Problem. In der Eile der Flucht kam es damals zu einem Fehler bei der Ausstellung seines Reisepasses in seinem Heimatland. Bei der Übertragung der arabischen in die lateinische Schrift wurde aus Jasem Hassem. Die beiden Buchstaben unterscheiden sich im Arabischen kaum. Dieser Fehler hat nun Folgen für den 18-Jährigen, als er sich um eine Ausbildung zum Mechatroniker bewarb. Weil in seinem Schulzeugnis und in seinem Aufenthaltstitel unterschiedliche Nachnamen stehen.

Seine Schwester Ghalia hatte schon oft versucht, diesen Fehler korrigieren zu lassen. Doch vermutlich gab es im Landratsamt Verständigungsprobleme. Denn in der Behörde ist der Fehler erst seit Juni bekannt. Da der Übertragungsfehler aber nicht dort passiert war, konnten die Landratsamtsmitarbeiter nicht helfen. Und die Auskunft darüber hatte so lange gedauert, dass die Autowerkstatt, bei der sich Mohammad beworben hatte und die ihn einstellen wollte, sich bereits für einen anderen Bewerber entschieden hatte. Stefan Diebl, Sprecher des Landratsamtes, bedauert das. Zumal die Identität des 18-Jährigen ja geklärt sei. Ein Anruf der Ausbildungsfirma hätte vermutlich gereicht, um das mündlich zu klären, sagt Diebl. Die Firma bedauert es ebenfalls, dass der Ausbildungsvertrag nun wegen der Namenspanne nicht zustande gekommen sei.

Die Änderung des syrischen Reisepasses kann nur die Botschaft aus dem Herkunftsland ändern, erklärt Diebl. Dann sei auch eine Änderung im deutschen Ersatz-Ausweis möglich. Das Landratsamt habe nun aber dokumentiert, dass es einen Übertragungsfehler gebe. „Die Klärung der Person steht damit nicht infrage“, betont Dietl. Mohammad Jasem steht nun aber kurz vor Ausbildungsbeginn ohne Ausbildungsplatz da. ANDREA GRÄPEL

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