Benediktbeuern – Auch in Benediktbeuern (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) sind die Folgen des Unwetters vom Wochenende drastisch. Im Maierhof des Klosters, in dem das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) untergebracht ist, sind schon erste Decken eingestürzt. Mit weiteren ist zu rechnen, denn die mit Wasser vollgesogenen Holzbalken können die Last nicht mehr tragen. Überall rinnt Wasser von der Decke. „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“, sagt ZUK-Geschäftsführer Benedikt Hartmann.
Dutzende freiwillige Helfer sind auf dem Gelände des Klosters unterwegs. Sie evakuierten gestern den Westtrakt, der ebenfalls vom Einsturz bedroht ist. Dort untergebrachte Ordensmitglieder wurden in einen weniger beschädigten Teil des Klosters umquartiert. Noch immer ist das gesamte Kloster abgesperrt, weil weiter Dachziegel herabfliegen, die sich messerscharf in den Rasen bohren.
Auch zahlreiche Exponate des Zentrums für Trachtengewand des Bezirks Oberbayern müssen ausgelagert werden. Sie sollen ins Archiv des Freilichtmuseums Glentleiten gebracht werden, die Vorbereitungen dazu laufen.
Pater Claudius Amann betont, das Kloster sei gegen Hagel versichert. Aber man wisse nicht, wie es mit den Folgekosten weitergehe. Es sei davon auszugehen, dass die Gesamtkosten zur Sanierung im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen. Bis zum 3. September bleibt das gesamte Kloster mit all seinen Einrichtungen mindestens geschlossen. C. MÜHLBAUER