Wanderer in Bergnot feilschen bei Rettung

von Redaktion

VON JOHANNES WELTE

Achenkirch/München – Ein Pärchen aus Schwaben ist am Freitag auf dem Unnütz (2078 Meter) am Achensee in Tirol in Bergnot geraten. Der Mann wählte den Notruf, doch statt schneller Hilfe gab es andere Prioritäten. Die beiden Bergwanderer, er 22 Jahre alt, sie ein Jahr jünger, beide aus dem Landkreis Günzburg, wollten auf den Gipfel des Hinteren Unnütz gratis übernachten – was an sich eigentlich schon verboten ist. Nach Einbruch der Dunkelheit zog ein Gewitter auf, die junge Frau bekam Panik. Ihr Begleiter rief dann offenbar nach einer Internetrecherche am Handy direkt bei Sandro Huber, dem Ortsstellenleiter der Bergrettung Achenkirch, an. Er fragte, ob man sie nicht vom Gipfel holen könnte. „Die beiden hatten keine Versicherung, also fragte er erst mal, was eine Bergung kosten würde“, berichtet Huber unserer Zeitung.

Ein Rettungshubschrauber wäre die erste Wahl gewesen, doch der kostet 60 bis 90 Euro pro Minute. „Es ging eine Stunde hin und her, ob man sich per Helikopter bergen lassen soll“, berichtet Huber. „Auf jeden Fall konnten sie nicht oben bleiben, das ist bei einem Gewitter lebensgefährlich.“ Schließlich wäre der Schwabe sogar mit einer Luftrettung einverstanden gewesen. „Der Helikopter konnte dann wegen der Gewitterfront nicht mehr aufsteigen“, berichtet Huber.

Zu guter Letzt schaffte er es, das Pärchen zu überreden, zu Fuß zur Zöhreralm (1334 Meter) abzusteigen. „Der Weg dorthin ist nicht allzu schwer, wir konnten die beiden dort dann mit einem Fahrzeug abholen und ins Tal bringen“, berichtet Huber. Der Einsatz wird nun etwa 500 Euro kosten.

Tatsächlich zahlt die Krankenkasse eine Bergrettung nur, wenn ein medizinischer Notfall vorliegt. Anderenfalls müsse man die Kosten selbst bezahlen, berichtet Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern. Wer sich also verstiegen oder keine Puste mehr hat, muss zahlen, es sei denn, er ist Mitglied beim Deutschen Alpenverein oder hat eine Unfallversicherung, dann werden die Kosten übernommen.

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