Der Brauch, Kirchen zu weihen, entstand bereits im 4. Jahrhundert. Das alljährliche Kirchweihfest will an den einstigen Weihetag erinnern. Schon seit dem 9. Jahrhundert gehören zu diesem Fest auch weltliche Freuden. Martin Luther lehnte die meist aufwendigen Kirchweihfeste wegen der damit verbundenen Unsittlichkeiten ab. Um die zahllosen Festivitäten vom Frühjahr bis in den Herbst zu reduzieren, wurde in Bayern 1866 durch königlichen Erlass der dritte Oktobersonntag zur „Allerweltskirchweih“ bestimmt, die aber im Fränkischen kaum beachtet wurde. Hier feiert man bis heute das ganze Jahr über „Kerwa“. Das Kirchweihfest ist das größte Fest im Herbst und ist nach alter Tradition mit einem reichen Brauchtum verbunden, das seinen Ursprung im bäuerlichen Leben hat.
BAUERN- UND WETTERREGELN
Nach St. Hedwig und St. Gall schweigt der Vögel Schall. Auf St. Gallus die Ernte in den Keller muss.