Brennpunkt Brenner-Autobahn

von Redaktion

Nach Mega-Stau: Italien schimpft auf Österreich – neue Sperren drohen

München – Die Brennerautobahn ist eine der wichtigsten Transitrouten Europas. Doch ein Lkw-Fahrverbot in Tirol sorgte am Tag der deutschen Einheit für 110 Kilometer Stau in Südtirol. Da Tirol befürchtete, dass sich die Lkw in Kufstein an der Grenze stauen, sperrten die Behörden am Dienstag kurzerhand die Brenner- und Inntalautobahn für Lkw. Ausgenommen waren Trucker, „die nachweislich ihren Wohnsitz in Österreich anfahren bzw. den Firmensitz in Österreich ansteuern und dort das Fahrverbot abwarten“.

Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini von der rechten Lega-Partei tobt: „Italien und Österreich arbeiten gemeinsam am Brenner-Eisenbahntunnel zusammen, aber Österreich blockiert in einseitiger, unerklärlicher und arroganter Weise und unter Missachtung jeglicher europäischer Vorschriften den Transit für italienische Unternehmen und Lastwagen.“ Salvini kündigte für Montag einen Besuch am Brenner an, er will Österreich wegen der Lkw-Fahrsperren in Brüssel verklagen.

Das nächste Ungemach droht schon am Sonntag, da ist auf der Tiroler Seite des Brenners mit Behinderungen zu rechnen: Ab 22 Uhr wird wegen Bauarbeiten bis 13. Oktober um 5 Uhr und von 16. bis 20. Oktober je eine Fahrspur der 55 Jahre alten Luegbrücke gesperrt, das Tempo auf 40 km/h gedrosselt. Diese Bauarbeiten sind aber nur ein Vorgeplänkel: Voraussichtlich ab kommendem Jahr soll die Luegbrücke bis 2030 neu gebaut werden, während der Bauarbeiten ist ebenfalls nur mit je einer Fahrspur pro Richtung zu rechnen. Zwischen 2029 und 2032 wird die Gschnitztalbrücke ebenfalls neu gebaut, zwischen 2029 und 2031 muss das Teilstück zwischen der Mautstelle Schönberg und der Brücke Gschleiers erneuert werden. Und ab 2040 wird voraussichtlich die Europabrücke durch einen Neubau ersetzt. Geplantes Ende der Maßnahme: 2044. JOHANNES WELTE

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