Spitzingsee – Das Interesse einer Kuhherde an geparkten Autos ist eine Wandergruppe aus Franken teuer zu stehen gekommen. Am Spitzing (Kreis Miesbach) demolierten die neugierigen Schwergewichte im Juni 2022 gleich mehrere Fahrzeuge. Einer der Halter erhob Klage. Er machte 8520 Euro Reparaturkosten geltend.
Auf einen Vergleich wollte sich der beklagte Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) nicht sofort einlassen. Ihm obliegen Hütte und Parkplatz. Der BLSV-Anwalt argumentierte dahingehend, dass der Autobesitzer, ein 39-jähriger Industriemeister, auf die Tiere hätte gefasst sein müssen. „Mit Kühen hat man halt in diesem genuinen Almbereich zu rechnen“, sagte er. Doch nichts wies damals darauf hin. Mittlerweile gibt es ein Warnschild.
Der Anwalt ließ dennoch vor dem Landgericht München II nicht locker. Bei der Anreise sei der Kläger doch über Weidegitter gefahren, außerdem gebe es ein Hinweisschild „Viehtrieb“. Nicht zuletzt hätten die Kuhfladen auf dem Parkplatz vor der BergSee-Hütte den Kläger vorwarnen müssen. Doch die Fladen kamen angeblich erst später. Genau das will die Richterin von einem Gutachter prüfen lassen, sollte der BLSV dem Vergleich nicht zustimmen. ANGELA WALSER