Memmingen – Ein Prozess zum Allgäuer Tierschutzskandal hat am Landgericht Memmingen mit dem Geständnis zweier Angeklagter begonnen. Ein 34-Jähriger und eine 32-Jährige räumten die Vorwürfe ein. Sie hatten 2019 bei einem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach gearbeitet. Damals hatte eine Tierschutzorganisation ein Video veröffentlicht, das Tierquälerei auf mehreren Bauernhöfen zeigte – unter anderem auf dem Hof, auf dem die Angeklagten arbeiteten. Die Anklage wirft ihnen nun vor, zum Teil nicht für die nötige Behandlung durch einen Tierarzt gesorgt, zum Teil nicht die Tötung der Rinder veranlasst zu haben, falls eine Behandlung aussichtslos gewesen wäre. Weiter sollen die Tiere durch Tritte, Schläge und den Transport mit einem Radlader misshandelt worden sein. Die Angeklagte soll die Kühe außerdem während des Kalbens misshandelt haben. Insgesamt geht es in der Anklage um 58 Fälle.
Die beiden Angeklagten legten über ein Schreiben ein Geständnis ab. Auf Anweisung ihres Vorgesetzten hätten sie es vermieden, einen Tierarzt zu rufen. Sie hätten aber wenig selbst entscheiden dürfen. Von einem „selbstherrlichen und gewissenlosen Führungsstil“ sprach die Angeklagte. Der Prozess dauert an. dpa