Garmisch-Partenkirchen – Sie ist die älteste Kleinkabinenbahn der Welt – doch bald geht die alte Graseckbahn bei Garmisch-Partenkirchen außer Betrieb. Voraussichtlich Ende des Jahres wird sie von einem Neubau abgelöst. 1953 wurde die Graseckbahn eröffnet, ihre Querstütze war eine Weltsensation. Doch heute findet sich kein Unternehmen mehr, das die Konstruktion sanieren und betreiben will.
„Wir haben keine Wahl“, sagt Sylvia Weingart, die mit ihrem Mann das Hotel „Das Graseck“ betreibt, zu dem die Bahn die Gäste bringt. Auch wenn die historische Anlage noch zuverlässig funktioniert, ist ihr Aus auf Dauer besiegelt. Darauf wollte das Betreiber-Ehepaar nicht warten. Mehrere Millionen Euro wird der Neubau kosten. Zuschüsse gibt’s von der Regierung von Oberbayern. Im Juni starteten die Arbeiten, im Dezember soll die neue Bahn eröffnen. Zwei Wochen im Spätherbst müssen Touristen und Hotelgäste auf eine Gondel verzichten: Werden die neuen Seile eingezogen, herrscht Stillstand. Künftig finden in zwei Kabinen jeweils sechs bis acht Personen Platz.
Unklar ist, was mit den Gebäuden der alten Bahn passiert. Denkmalschützer wollen sie unverändert stehen lassen, das Ehepaar Weingart will Bauruinen vermeiden und sie nutzen. Auch einen Betreiber für die neue Bahn muss es noch finden. kat