München – Ein Lichtermeer aus Kerzen und Handys erhellt den Jakobsplatz, als die Münchner Juden und ihre Freunde die Israel-Hymne singen. Auf einer Leinwand sind Fotos der von der Hamas ermordeten Israelis zu sehen – Kinder, fröhliche junge Menschen, die ihr Leben eigentlich noch vor sich haben sollten… Es ist eine bewegende Trauerfeier, mit der die Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München gemeinsam mit den führenden Repräsentanten Bayerns der mehr als 1200 Opfer des Hamas-Terrors gegen Israel gedenkt.
Aber die Solidaritäts-Kundgebung für Israel und die Münchner Juden ist auch eine Kampfansage an den Antisemitismus: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigte an, künftig alle pro-palästinensichen Demonstrationen in München zu verbieten. „So etwas wie letzten Montag will ich vor meinem Rathaus nicht mehr erleben“, so Reiter zum Protest von Hamas-Sympathisanten, der letzten Montag zeitgleich mit der pro-israelischen Kundgebung auf dem Odeonsplatz stattfand. Viel Beifall gab es dafür auf dem Jakobsplatz – Reiters Ergänzung, „das letzte Wort haben die Gerichte“, ging dabei etwas unter.
„Wer feiert, wenn Juden ermordet werden, muss einen harten Rechtsstaat spüren“, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Für den Einzelnen müsse ein solcher „Bruch mit unseren Werten aufenthalts- und strafrechtliche Folgen haben“. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte ebenfalls mehr Härte gegen anti-israelische Propaganda: „Von deutschem Boden darf kein Kampf gegen den Staat Israel ausgehen.“ Er forderte den Stopp von Geldzahlungen in den Gazastreifen sowie ein Verbot von Gruppen , die Terroristen unterstützen.
IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch war sichtlich bewegt von der Unterstützung der Münchner und der Politik: „Den Worten der Solidarität sind endlich Taten gefolgt“, so Knobloch über die gestrigen Bundestagsbeschlüsse, wonach die „Millionenzahlungen an palästinensische Einrichtungen, die damit Terror und Tod finanzieren endlich ein Ende haben“
KLAUS RIMPEL