Über 100 Millionen für Security in Ankerzentren

von Redaktion

Preise für Sicherheitsdienst werden weiter steigen

München – Bayern gibt pro Jahr mehr als 100 Millionen Euro für Sicherheitsmitarbeiter in seinen Ankerzentren aus. Die Kosten für Security lagen im Jahr 2022 bei rund 111 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnen die Bezirksregierungen mit einem Anstieg auf rund 128 Millionen Euro – unter anderem wegen der Eröffnung weiterer Unterkünfte.

Wie viel in den Regierungsbezirken für Sicherheitsdienste in Ankerzentren ausgegeben wird, ist vor allem von der Zahl der Standorte und der eingesetzten Mitarbeiter abhängig. Spitzenreiter bei den Kosten ist Oberbayern als größter Regierungsbezirk mit insgesamt neun Einrichtungen, rund 300 Mitarbeitern pro Tag und voraussichtlichen Kosten von etwa 42 Millionen Euro im laufenden Jahr. Dahinter folgt Schwaben mit ebenfalls neun Einrichtungen, bis zu 167 Mitarbeitern am Tag und fast 34 Millionen Euro.

Deutlich weniger geben Regierungsbezirke mit einer zentralen Einrichtung aus: Unterfranken, Oberfranken, die Oberpfalz und Niederbayern. Dort wird dieses Jahr mit Ausgaben zwischen neun und elf Millionen Euro gerechnet – unter anderem, weil nur etwa 45 bis 65 Mitarbeiter pro Tag im Einsatz sind. Ein Sonderfall ist Mittelfranken: Dort geht man von rund 10,3 Millionen Euro Kosten dieses Jahr aus. Obwohl es dort neben dem Hauptstandort in Zirndorf (Landkreis Fürth) sechs weitere Einrichtungen gibt, wo für Sicherheit gesorgt werden muss. Im Einsatz sind aber insgesamt nur bis zu 65 Mitarbeiter pro Tag.

Obwohl die Gebäude teils so voll sind, dass zusätzlich Zelte aufgestellt werden müssen, haben die Regierungsbezirke nur wenige körperliche Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitsmitarbeitern und Bewohnern erfasst. Ausnahme ist Oberfranken mit 19 Verletzten im laufenden Jahr. So waren allein bei einer Schlägerei Mitte September sieben Menschen in der Einrichtung in Bamberg verletzt worden. Genaue Übersichten zu den Vorfällen mit Verletzten führen die Bezirksregierungen nicht. Auch dem Landeskriminalamt liegen keine bayernweiten Zahlen vor.

Das Sicherheitspersonal in den Ankerzentren wird von den Behörden auf seine Zuverlässigkeit überprüft. Die Mitarbeiter werden zudem zu speziellen Themen wie Deeskalation, interkulturelle Kompetenz und Umgang mit Drogenmissbrauch geschult – entweder in Regie der beauftragten Firmen oder durch die Einrichtungen selbst.  dpa

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