Die Dauerbaustelle von Straubing

von Redaktion

Wiederaufbau des ausgebrannten Rathauses langsam und sehr teuer

Straubing – Der 25. November 2016 hat sich in das Gedächtnis der Stadt Straubing eingebrannt – und das im Wortsinn: An diesem Tag fing aus einem bis heute nicht bekannten Grund das historische Rathaus in der Altstadt Feuer und brannte aus. Das Gebäude war in Teilen über 600 Jahre alt. Erst 2020 begannen die Wiederaufbauarbeiten – seitdem gehört die Großbaustelle im Herzen Straubings zum Stadtbild: Das Rathaus ist eingezäunt und eingerüstet, der Wiederaufbau jetzt in vollem Gange.

Schätzungen zufolge dürfte der 58,5 Millionen Euro kosten – zwölf Millionen Euro mehr als veranschlagt. Zu den Gründen zählen allgemeine Baukostensteigerungen sowie besondere Herausforderungen angesichts der teils schlechten Bausubstanz des Gebäudes, wie Architekt Andreas Hild und Statiker Bernd Mittnacht jüngst in der Stadtratssitzung erläuterten. Für Unwägbarkeiten bei den Arbeiten sorgt Statiker Mittnacht zufolge die Bausubstanz mancher Gebäudeteile, etwa eines bisherigen Wohnhauses, das in das historische Rathaus integriert wird. „In meiner Laufbahn hatte ich es noch nie mit so schlechten Mauern zu tun“, sagte er. Die Fertigstellung könnte sich verschieben: 2026 statt 2025.

Die Versicherung habe eine Summe von 31 Millionen Euro zugesagt, die auch angesichts der Kostensteigerungen fix bleibe, sagte Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU). Vom Freistaat gebe es bis zu zehn Millionen Euro sowie aus anderen Fördertöpfen gut sechs Millionen Euro. Den Rest, aktuell über elf Millionen, müsse die Stadt aufbringen. Es werde bei den Arbeiten aber stets versucht, wenn möglich Kosten einzusparen.

Eine optische Veränderung gegenüber dem früheren Zustand könnte es geben, wie Architekt Hild berichtete. Die markante Fassade des Rathauses war zuletzt in Toskanarot gestrichen. Jedoch habe sich herausgestellt, dass diese Farbe jüngeren Datums ist. Denkmalschützer favorisieren eine Art Graugrün.  mm/dpa

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