Viele Unfälle in Skigebieten

von Redaktion

Traumwetter lockt in die Berge – Zahlreiche Lawinenabgänge

Berchtesgaden, Kaprun, Sölden – Auf den Bergen liegen derzeit enorme Schneemengen. Skifahrer, Snowboarder und Tourengeher freuen sich über traumhafte Bedingungen, aber auch Lawinen gehen nieder. Am Wochenende kam es deshalb zu vielen Pistenunfällen – und ein Wanderer wäre im Tiefschnee fast erfroren.

Zwei junge Männer sind bei einer Bergtour von einer Lawine erfasst worden. Die Brüder Alberto und Marco L. (34, 36) aus Vigo bei Trient waren zu einer Skitour zur Schafkammspitze (3010 Meter) in den Stubaier Alpen an der Grenze zwischen Tirol und Südtirol aufgebrochen. Bei der Abfahrt Richtung Süden löste sich eine Lawine, Alberto L. wurde verschüttet, sein Bruder konnte ihn ausgraben, der Vater von zwei Kindern (drei und ein Jahr alt) kam in die Bozener Klinik. Dort erlag er seinen Verletzungen.

Am Weißseejoch im Kaunertal (Tirol) wurden zwei Skifahrer bei einer Variantenabfahrt von einer Lawine mitgerissen. Bei beiden lösten die Lawinenairbags aus und sie blieben an der Oberfläche liegen. Einer der beiden, ein 37-jähriger Deutscher, wurde am Knie verletzt.

In Sölden überlebte ein deutscher Variantenfahrer (27) einen Lawinenabgang unverletzt. Er fuhr am Samstagvormittag mit seinem Vater am Gaislachkogel über das Wasserkar talwärts und löste dabei eine Lawine aus. Er wurde etwa 300 Meter mitgerissen. Schließlich blieb er unverschüttet an der Oberfläche der Schneemassen liegen.

Am Kitzsteinhorn bei Kaprun kam es am Samstag zu einem Großeinsatz von Bergrettung, Alpinpolizei und Flugpolizei, nachdem sich ein großes Schneebrett gelöst hatte. Es wurde niemand verschüttet.

Am Watzmann musste die Bergwacht einen Chinesen (22) per Hubschrauber retten, der zur Eiskapelle an der Watzmann-Ostwand aufsteigen wollte und orientierungslos im knietiefen Schnee stecken geblieben war. Der Student aus Finnland hatte einen Schuh verloren, war völlig durchgefroren, bereits unterkühlt und konnte sich nicht mehr bewegen.

Ein Snowboarder aus Baden-Württemberg kam bei Zürs (Arlberg) von der Piste ab, übersah trotz Warnschildern eine acht Meter hohe Felswand, stürzte in die Tiefe und blieb schwer verletzt liegen. Er wurde mit dem Helikopterkran nach Feldkirch geflogen.

Am Giggijoch in Sölden verlor ein 16-jähriger Skifahrer aus Waidhaus (Oberpfalz) die Kontrolle und kollidierte mit einer Frau (41) aus Bayern, die verletzt wurde. JOHANNES WELTE

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