München – Der Kulmbacher Güterbahnhof aus dem Jahr 1890, ein vor mehr als 200 Jahren erbautes Fachwerkhaus in Rödensdorf/Bayreuth, ein einst von Juden bewohntes Haus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Bad Neustadt a.d. Saale – das sind nur drei Beispiele von Gebäuden, die im Jahr 2023 abgerissen wurden. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hat die bedauernswerten Abbrüche dieses Jahres gesammelt und dokumentiert. Zwölf davon wurden ausgewählt und stehen nun auf der Homepage (www.heimat-bayern.de) als „Abriss des Jahres 2023“ zur Wahl.
Unter den Beispielen ist auch die Großsiedlung Karlingerstraße in München-Moosach. „Die Siedlung mit 13 Wohnblöcken stammt von 1941“, schreibt der Landesverein dazu. „In ihrem wenig veränderten Erscheinungsbild und wegen der schönen Freiflächen sticht die Siedlung aus der Nachbarschaft heraus. Der Dauerabriss wird sich noch bis in das Jahr 2028 hinziehen.“ Der Abbruch ist möglich, weil die Siedlung nicht in der Denkmalliste eingetragen ist. Eine Alternative sei es, solche Siedlungen „hochwertig zu sanieren“, so der Verein. mm