Bayerns ungelöste Mordfälle

von Redaktion

VON ANGELIKA RESENHOEFT

München – Zahlreiche Messerstiche, vergewaltigt, erwürgt: Polizisten haben es teils mit brutalen Verbrechen zu tun. In ganz seltenen Fällen wissen die Angehörigen auch Jahrzehnte nach dem Tod ihrer Lieben noch nicht, wer dem Opfer das angetan hat. Ermittler durchkämmen aber immer wieder ihre Polizeiarchive – dank besserer DNA-Analysen können sie manchmal auch noch einen Täter überführen. Eine Auswahl von sogenannten „Cold Cases“ aus Bayern:

Eveline Höbler, Veitshöchheim: Ein Spaziergänger findet die 24-Jährige im Januar 1986 in Veitshöchheim bei Würzburg tot unweit ihres Arbeitsplatzes. Am Vorabend ist die junge Frau nach einem Kinobesuch mit einem Bus von Würzburg nach Veitshöchheim gefahren. Nachdem sie wohl erst zu Hause ist, verlässt sie wahrscheinlich ihre Wohnung aber noch einmal – wohin, ist unbekannt. Mehr als 30 Messerstiche werden später an ihrem Körper festgestellt. Bis heute ist kein Täter überführt, die Polizei ermittelt seit geraumer Zeit wieder intensiver.

Simone Langer, Donauwörth: Die 15 Jahre alte Gymnasiastin wird am 29. Juli 1983 kurz nach Mitternacht am Ortsrand von Donauwörth in Schwaben überfallen. Die Kripo sucht seither nach einem Kleintransporter, in den das Mädchen gezerrt worden sein soll. Die Leiche der Schülerin wird zwei Monate später 80 Kilometer entfernt in einem Wald beim mittelfränkischen Allersberg (Landkreis Roth) an der A9 entdeckt. Die Polizei rollt den Fall 2022 mit großem Aufwand noch einmal auf, einen Durchbruch gibt es aber weiter nicht.

Klaus Berninger, Wörth am Main: Der 16-Jährige verschwindet am 20. Dezember 1990. Drei Tage später finden Spaziergänger seine Leiche in einem Wald nahe der Kleinstadt an der bayerisch-hessischen Landesgrenze. Die Polizei geht davon aus, dass der Jugendliche umgebracht wurde. Nach damaliger Erkenntnis starb er durch Gewalteinwirkung mit einem scharfkantigen Werkzeug gegen den Hals. Seit 2022 ermittelt die unterfränkische Polizei wieder intensiver.

Christa Mirthes, Schwandorf: Am 16. Juni 1978 entdecken Kinder in einem Brunnenschacht in Schwandorf in der Oberpfalz die verstümmelte Leiche der 15-Jährigen. Die Kripo in Amberg kann Jahrzehnte später eine DNA-Spur sicherstellen, die vom Täter stammen könnte – einen Verdächtigen gibt es aber noch nicht. Sollte der Täter noch leben, könnte er auch nach so langer Zeit noch angeklagt und vor Gericht gestellt werden, sofern die Tat weiterhin als Mord eingestuft wird. Im Unterschied zu Totschlag und anderen Straftaten verjährt ein Mord niemals.

Bayernweit hat die Polizei etliche ungelöste Altfälle in ihren Akten. Für 2022 registrierte die polizeiliche Kriminalstatistik 122 Mordfälle und Mordversuche – mehr als 90 Prozent davon konnten bis März 2023 aufgeklärt werden.  dpa

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