München – Kabarettistin Monika Gruber hat Ärger wegen eines von ihr mit dem Journalisten Andreas Hock verfassten Buches. Der Piper Verlag, in dem das Buch „Willkommen im falschen Film“ kürzlich erschienen ist, hat entschieden, eine Passage zu ändern. Grund ist ein Streit, der via der Plattform X hohe Wellen geschlagen hat.
Gruber hatte sich über den Tweet der Social-Media-Managerin Roma Maria Mukherjee lustig gemacht, sie als „selbst ernannte Influencerin und Tugendwächterin“ bezeichnet und auch noch ihren Namen angezweifelt – „heißt Roma Maria Mukherjee vielleicht im wahren Leben doch eher bloß ,Maria Müller’ und hat sich kurzerhand umbenannt, da beides – sowohl Vor- als auch Nachname –schwer nach ,Bund deutscher Mädel’ klingt?“.
Der Anlass: Mukherjee hatte (bereits im Frühjahr) auf X geschrieben, „rechtsextreme Frauen“ unterwanderten „aktiv auch die textile Hobbyszene (z.B. zum Thema Stricken)“ und hinzugefügt: „bitte setzt euch aktiv damit auseinander“. Gruber und Hock spotteten über die „grotesken Gedankengänge“ der Autorin, die rechtsradikale Strickzirkel wittere, wo man „beim Eintreten in die gute Strickstube ,Strick heil’“ brülle und dann Schals in AfD-Blau oder „gar schafswollene SS-Uniformen“ stricke.
Manche Nutzer von X fanden das gar nicht lustig, es entlud sich ein Shitstorm über Gruber und den Piper Verlag. Manche drohten gar mit Boykott des Verlags. Von dort kam gestern die Auskunft – ebenfalls via X –, der Verlag stehe „für Meinungsvielfalt und Toleranz“. Grubers Buch sei Satire, niemand solle persönlich verletzt werden. „Wir werden daher die entsprechende Passage für die nächste Auflage anpassen.“ Auf X wurde das von einigen Nutzern allerdings als halbherzig kritisiert. mm