Brauerei in Maisach ist pleite

von Redaktion

Maisach – Maisach könnte ein Stück Kultur verlieren. Die Brauerei im Ort wurde immerhin 1556 gegründet. Nun muss ihr Chef Michael Schweinberger Insolvenz anmelden. Gestern hat er den Antrag beim Amtsgericht Fürstenfeldbruck gestellt und über die Lage informiert: „Die Liste der Gläubiger ist lang, die Liste der Insolvenzmasse ist kurz.“

Schweinberger hofft, dass das Aus des Betriebs trotzdem noch irgendwie verhindert werden kann. Ob man den Betrieb sofort einstellt oder eine Sanierung versucht, entscheidet ein Insolvenzverwalter. Und den bestellt das Gericht. Zuerst aber muss der sogenannte Entschuldungsprozess anlaufen. Bis Ende März, so die Hoffnung des Brauerei-Chefs, können die Kunden aus der Gastronomie noch mit Maisacher Bier beliefert werden.

Noch wird nämlich weiter gebraut und das Bier in den Tanks abgefüllt. Rund 40 Gastro-Betriebe, vorwiegend im Landkreis, zählen zur Kundschaft. Schweinberger hat vielen davon die Hiobsbotschaft persönlich überbracht. Die Reaktion sei immer wieder Fassungslosigkeit gewesen, berichtet der 62-Jährige. „Zwar war klar, dass wir kämpfen. Aber der Eindruck draußen war doch: Die Maisacher Brauerei ist gut positioniert.“

2016 hatte Schweinberger den Betrieb übernommen und mit hohen Investitionen den Umsatz 2019 auf fast zwei Millionen Euro gesteigert. 2020, so der Plan, sollte die Gewinnschwelle erreicht werden. Dann kam Corona. Dadurch verlor man 2020 und 2021 eine Million Euro an Umsatz. Zuletzt haben dem Betrieb die explodierenden Energiekosten und die Inflation zugesetzt. Zwar machte man 2022 und 2023 jeweils rund 1,9 Millionen Euro Umsatz. Trotzdem war laufend neue Liquidität nötig, was, so der Chef, „inzwischen zu einer erdrückenden Schuldenlast geführt hat“. THOMAS STEINHARDT

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