Countdown zur größten Siko aller Zeiten

von Redaktion

VON NADJA HOFFMANN

München – Kanzler Olaf Scholz kommt genauso wie die Vize-Präsidentin der USA, Kamala Harris. UN-Generalsekretär António Guterres hat sich angekündigt, Israels Präsident Isaac Herzog ebenso: Die Münchner Sicherheitskonferenz erwartet auch 2024 hochrangigste Teilnehmer. Wer konkret ab Freitag im Bayerischen Hof zusammenkommt, geben die Veranstalter um Christoph Heusgen aber erst kurz vor Beginn des wichtigen Treffens preis.

Klar ist aber schon jetzt: „Die Teilnehmerzahl wird dabei wohl so hoch, wie noch bei keiner Konferenz zuvor“, sagt Münchens Vize-Polizeipräsident Michael Dibowski. Zu schützen gilt es mehrere Hunderte Teilnehmer, darunter 180 von höchstem Rang: 50 Staats- und Regierungschefs, 60 Außen- und 25 Verteidigungsminister.

Dibowski spricht jedenfalls von einem „ganz besonderen Einsatz für die Polizei“. Auch deshalb, weil die vielen hochrangigen Gäste in schwierigen Zeiten zusammenkommen: Der neu aufgeflammte Nahost-Konflikt, der anhaltende Krieg in der Ukraine, der Militäreinsatz im Roten Meer und der Bürgerkrieg im Jemen stehen nur an der Spitze von weltweit mehr als 300 Krisen, Konflikten und bewaffneten Auseinandersetzungen.

Angesichts dessen sieht der Polizei-Vizepräsident eine „erhöhte abstrakte Gefährdung“. Aber: „Es gibt keine konkreten Hinweise“ auf einen geplanten Terroranschlag, sagt Dibowski bei der Polizei-Pressekonferenz zur Siko am Dienstag.

Positiv für die Sicherheitskräfte ist, dass mit dem neu eröffneten Luxushotel Rosewood zusätzliche Tagungs- und Schlafplätze für die Teilnehmer vis-à-vis vom Bayerischen Hof entstanden sind. Der innere Sicherheitskreis ist dafür um die Kardinal-Faulhaber-Straße erweitert worden. Er wird von Freitag, 6 Uhr, bis Sonntag, 15 Uhr, komplett abgeriegelt.

Ruhig bleibt es während des besonderen Treffens erfahrungsgemäß trotzdem nicht. Wie immer werden Siko- und Kriegsgegner zu Demonstrationen und Protesten in München erwartet. 18 Demonstrationen wurden bis Dienstagmittag beim Kreisverwaltungsreferat angemeldet. Hauptversammlungstag ist dabei der Samstag, wenn der Anti-Siko-Zug den Bayerischen Hof quasi umzingelt. Mit entsprechendem Abstand, versteht sich.

Rund 15 000 Demonstranten wurden bei den verschiedenen Aktionen im vergangenen Jahr gezählt. Spannend wird auch heuer sein, ob die Polizei mit spontanen Protesten vor Herausforderungen gestellt wird.

Die Zahl der eingesetzten Beamten hat sich im Vergleich zu den Vorjahren erhöht. So waren 2023 schon 4800 Sicherheitskräfte im Einsatz, 2022 waren es 3800. Das Münchner Präsidium bekommt dabei kräftig Unterstützung von Kollegen aus anderen Bundesländern – etwa aus Niedersachsen, dem Saarland und Hessen. Die Bundespolizei schickt 200 Beamte in den Einsatz zur Sicherheitskonferenz.

Bürgertelefon

Die Münchner Polizei richtet unter Telefon 089/29 10 19 10 eine Info-Nummer zur Siko ein.

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