Zwei Wanderer waren am Wochenende mit Halbschuhen auf die Zugspitze unterwegs. Regina Poberschnigg, die Leiterin der Bergrettung Ehrwald auf Tiroler Seite, begegnete den beiden Deutschen auf dem Stopselziehersteig. „Das ist ein Klettersteig, der im Moment noch tief verschneit ist“, sagt sie. Man brauche Pickel, Seile und Steigeisen für diese Route. Die beiden Wanderer sagten zu ihr, dass ihnen die Liftkarte für die Zugspitzbahn zu teuer sei. Die 62 Euro wollten sie sparen und seien deshalb zu Fuß aufgestiegen. „Die Leute glauben nicht, dass oben am Berg noch tiefster Winter herrscht“, sagt Poberschnigg kopfschüttelnd. Sie informierte die Wanderer, dass eine Rettung per Hubschrauber pro Minute 120 Euro koste. „Doch auch das hat sie nicht beeindruckt.“ Zumindest nicht sofort. Etwas später entschlossen sich die beiden dann doch, umzukehren.
Das ist kein Einzelfall. Auch viele Mountainbiker versuchen bereits, die Wettersteinumrundung zu absolvieren. „Die fahren mit kurzen Hosen los und wundern sich, dass sie oben im zwei Meter tiefen Schnee nicht mehr weiter kommen“, berichtet Poberschnigg. Am Wochenende war es einem Dutzend Radlern so ergangen. „Die meisten hatten noch die Kraft, selbst umzukehren. Zwei mussten wir per Skidoo nach unten bringen.“ (Foto rechts unten)
Auch auf anderen Bergen unterschätzen Wanderer immer wieder die winterlichen Bedingungen. Erst vor wenigen Tagen war ein 19-jähriger Finne mit Turnschuhen auf dem Watzmann unterwegs. Ein Hubschrauber musste den Mann retten. Er trug nur Turnschuhe und Pullover – bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Fotos: Getty/Bergwacht