Regionalzüge: Pünktlichkeit auf historischem Tiefstand

von Redaktion

München – Die Regionalzüge in Bayern werden immer unpünktlicher. Im Schnitt zählte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) nur 87 Prozent der Regionalzüge und S-Bahnen im vergangenen Jahr als pünktlich, wie sie am Montag mitteilte. Dafür reichte es bereits, wenn die Züge nicht mehr als 6 Minuten Verspätung hatten. Zudem fielen weitere 6,3 Prozent der Verbindungen ganz aus. Die Pünktlichkeit liege damit auf dem niedrigsten Stand seit der Bahnreform in den 90er-Jahren, hieß es. 2022 hatte sie mit 88,1 Prozent noch etwas höher gelegen.

Wichtigster Grund für Verspätungen war laut BEG die Infrastruktur, die – ohne Bauarbeiten – für 27,2 Prozent aller Verspätungsminuten verantwortlich war. Besonders stark von den Verspätungen betroffen war das Netz Alex-Nord der Länderbahn (nur 64,3 Prozent der Züge pünktlich) und das Netz Chiemgau–Intall der BRB (75,7 Prozent).

Wichtigster Grund für Ausfälle waren mit 39,5 Prozent Baustellen. Die höchste Ausfallquote verzeichnete das Netz Gotteszell-Viechtach (24,4 Prozent), weil dort die Strecke der Waldbahn-Linie mehrere Monate gesperrt war. Auch im Netz der Werdenfelsbahn (DB Regio) ist die Ausfallquote mit 19,3 Prozent weiter auf hohem Niveau.

„Die aktuellen Werte bestätigen leider einmal mehr, dass das System Schiene jenseits der Belastungsgrenze ist. Wir brauchen dringend eine Trendumkehr“, forderte der bayerische Verkehrsminister und BEG-Aufsichtsratsvorsitzende Christian Bernreiter (CSU). „Es ist höchste Eisenbahn, dass Bund und DB InfraGo ihre Infrastruktur auf Vordermann bringen und zukunftssicher machen.“

BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs zeigte sich zudem über die Auswirkungen der anstehenden Generalsanierung der Hochleistungskorridore besorgt: „Monatelange Komplettsperrungen sind für Fahrgäste ein Albtraum. Es braucht deshalb Schienenersatzverkehr auf einem ganz neuen Niveau, mit einem dichten Takt und Expressbussen.“  dpa/mm

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