Bund Naturschutz: Wolfs-Abschüsse möglich

von Redaktion

Verband rückt von kategorischem Nein ab – am Schutzstatus dürfe aber nicht gerüttelt werden

München – Zum besseren Miteinander von Wölfen und Nutztieren im Alpenraum fordert der Bund Naturschutz (BN) sowohl eine bessere finanzielle Entschädigung von Landwirten als auch mehr Förderungen für Herdenschutzmaßnahmen. Laut einem am Dienstag vorgestellten Positionspapier des Verbandes sollen etwa Ausgleichszahlungen nach Rissen von Rindern aller Altersklassen grundsätzlich auch dann gezahlt werden, wenn es keinen Herdenschutz gab. Dies ist bisher nur in den Gebieten gegeben, die nicht als Wolfsgebiet definiert wurden.

Der BN fordert weiterhin, dass Weideiterhalter, insbesondere Schafhalter, die Herdenschutz betreiben wollen, überall in Bayern eine Förderung bekommen sollen, die die tatsächlichen Kosten ausgleicht. Diese sind aufgrund der Topographie im Alpenraum meist deutlich höher als in anderen Teilen Bayerns.

Generell misst der BN Schutzmaßnahmen eine Schlüsselrolle im Umgang mit Wölfen bei: „In den seltensten Fällen sind ganze Almen/Alpen mit Herdenschutzzäunen zäunbar, sehr oft aber Teilflächen“, heißt es im Papier. Gleichwohl lockert der Verband aber seine kritische Haltung für Abschüsse. „Bei Rissen an über einjährigen Rindern ist für den BN eine Entnahme nach einem Riss auch ohne die Voraussetzung des sachgemäßen Herdenschutzes denkbar, insofern ein Hirte auf der vom Riss betroffenen Alm/Alp wohnt“, sagte Vize-Landesvorsitzende Beate Rutkowski.

Abschüsse von Wölfen, die sachgemäßen Herdenschutz überwunden haben, gehörten zu einem funktionierenden Wolfsmanagement dazu. Bei Schafen und Ziegen sei aber weiterhin ein Herdenschutz Voraussetzung für eine Wolfs-Entnahme.

„Mit dem neuen Papier wollen wir einen Schritt auf die Alm- und Alpbauern zugehen und zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen“, betonte der BN-Vorsitzende Richard Mergner. „Klar ist aber auch: Am generellen Schutzstatus des Wolfes wird dabei nicht gerüttelt.“  dpa

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