München – Die Freie Wohlfahrtspflege in Bayern erwartet durch das neue Cannabisgesetz positive Effekte auf die Suchthilfe. Man gehe davon aus, dass durch die Teil-Legalisierung mehr Suchtkranke die Beratungsstellen aufsuchen, sagte Davor Stubican, der Sprecher der Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS). Auch als Anbau und Besitz noch illegal waren, konnten Suchtkranke Hilfe suchen. Viele taten das aber aus Furcht vor Strafen oder Stigmatisierung nicht. Dass Entkriminalisierung die Beratungsquoten steigere, sei durch Studien aus Ländern wie Portugal belegt.
In der KBS sind Verbände wie die Caritas, das Diakonische Werk oder der Paritätische Wohlfahrtsverband vertreten. Es gibt 110 Beratungsstellen in Bayern. Im Jahr 2021 haben sich 42 000 suchtkranke Menschen an sie gewandt. Jeder Fünfte kam wegen einer „cannabinoidbezogenen Störung“. dpa