Ein bayerischer Filmstar: Marianne Koch mit Heinz Rühmann im Spielfilm „Vater sein dagegen sehr“, 1957. © imago
Die TV-Ärztin Marianne Koch mit ihrem neuen Buch „Mit Verstand altern“. Es hat 144 Seiten und kostet 20 Euro. © Kneffel/dpa
Tutzing – Die Menschen werden älter, die Zeit des Ruhestandes wird länger. Um in dieser Lebensphase aktiv sein zu können, braucht es körperliche und geistige Fitness. Die Moderatorin, Medizinerin und frühere Hollywood-Schauspielerin Marianne Koch (92) aus Tutzing im Kreis Starnberg geht in ihrem neuen Buch „Mit Verstand altern“ der Frage nach, wie das Gehirn und die Nerven altern und was der Mensch tun kann, Geist und Seele möglichst jung zu halten.
Für die geistige Fitness sei es gut, sagt sie, sich möglichst ein Leben lang für neue Dinge zu interessieren und das Gehirn zu zwingen, sich damit zu beschäftigen. „Es hat sich in vielen Studien herausgestellt, dass dann die wichtigen Verbindungen zwischen den Gehirnzellen aufrechterhalten werden und sich neue Gehirnzellen bilden.“
Marianne Koch erzählt auch von eigenen Erfahrungen: „Ich habe ja erst im hohen Alter von 44 Jahren mein Staatsexamen gemacht, das heißt, ich musste nach einer langen Medizin-Pause wieder sehr intensiv lernen. Meine armen Gehirnzellen haben dabei wahrscheinlich geflucht.“ Es sei aber sicher gut für die Zellen gewesen.
Die Autorin hatte Anfang der 1950er-Jahre ihr Studium für eine Schauspielkarriere unterbrochen. Nach etwa 20 Jahren kehrte sie zur Medizin zurück, beendete das Studium und führte eine eigene Praxis.
Man könne auch noch mit 80 etwas Neues beginnen, ist sie überzeugt. Wichtig sei, dranzubleiben. Viele Menschen würden im Alter zögerlicher, im Sinne von „muss es denn noch sein?“, sagte sie. Dann sei es wichtig, diese Zögerlichkeit zu überwinden und sich zu trauen. Die Wissenschaft habe bewiesen, dass Menschen, die ihr Leben lang geistig aktiv waren, ein geringeres Risiko hätten, dement zu werden.
Vielerorts gebe es anregende Seniorenkreise, Volkshochschulen bieten Kurse, bei denen man nicht nur neue Dinge lerne, sondern auch neue Menschen treffe. Und: „Viele Fitnessstudios bieten Programme für ältere Menschen, wobei die Ärzte nicht nur ein Ausdauertraining, sondern auch ein gewisses Maß an Krafttraining zur Erhaltung der Muskulatur empfehlen.“ Aber auch regelmäßige Spaziergänge seien gut für die Kondition. „Insgesamt 150 Minuten pro Woche sollten es aber schon sein.“
Ob sie es schafft, ihre Tipps einzuhalten? Sie mache sicher nicht alles richtig, sagt sie. Jedoch: „Ich denke, ich bewege mich ziemlich viel. Zweimal eine halbe Stunde Spaziergänge mit meinem Hund, Einkäufe nach Hause schleppen. Schon die Treppen im Haus, in dem ich wohne, sorgen für eine gewisse Kondition.“
DPA