Die Autorin Rita Falk wird Ende Mai 60 Jahre alt. © Hoppe/dpa
Skurriler Mordfall auf dem Feld: Die Szene aus dem neunten Eberhofer-Film „Rehragout-Rendezvous“ zeigt Sebastian Bezzel als Dorfsherrif von Niederkaltenkirchen. Links im Hintergrund seine Frau Susi, gespielt von Lisa Maria Potthoff. © Constantin Film/epd
München – Rita Falk ist Erfinderin der Krimi-Reihe, die sich um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer dreht. Der erste Band „Winterkartoffelknödel“ erschien 2010. Teil 13 will die Bestseller-Autorin im kommenden Jahr veröffentlichen. Vom Hype um ihre Bücher ist Falk noch immer überwältigt. Inspiration für ihre Geschichten sind Berichte ihres verstorbenen Ehemannes, der Polizist war. Und jetzt, da sie ihren 60. Geburtstag feiert, macht sie sich Gedanken, wie es mit Eberhofer weitergehen soll.
Was bedeutet Ihnen dieser runde Geburtstag?
Die 60 ist schon irgendwie ein Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Der 50. hat mir nichts ausgemacht. Aber den Gedanken, dass mein nächster Runder der 60. ist, den hatte ich damals schon. Der Gedanke war: 60 ist echt alt. Da geht man in das letzte Lebensdrittel und schaut zurück und überlegt, was noch kommt. Ich überlege mir, was ich schon immer mal tun wollte, und sage mir: Dann mach’s doch endlich!
Etwa Italien bereisen?
Das ist schon seit 20 Jahren in meinem Kopf. Irgendwann sollte man loslegen, nicht nur Pläne machen. Da bin ich gerade dabei. Ich habe mir ein Jahr Auszeit genommen. Wir sind mit dem Wohnmobil durch Italien gefahren, haben uns treiben lassen, ohne Sightseeing-Stress in den Tag gelebt. Nächstes Ziel ist Skandinavien.
Ist der 60. auch speziell, weil das Rentenalter naht?
Das ist, glaube ich, in meinem Fall nicht so. Darüber bin ich auch sehr glücklich. Denn solange ich geistig irgendwie funktioniere und mir die Arbeit Spaß macht, kann ich schreiben – auch mit 100 noch. Das ist ein Riesenvorteil. Ein Fliesenleger kann das nicht.
Das heißt, der nächste Roman ist schon geplant?
Er entsteht zumindest gerade in meinem Kopf. Viele Ideen hatte ich jetzt in Italien. Ende des Jahres möchte ich anfangen zu schreiben. Das Buch erscheint dann 2025.
Haben Sie sich schon für eine Mordwaffe entschieden? Sie haben ja einmal gesagt, dass die Ihnen ausgehen …
Nein, eine Mordwaffe gibt es tatsächlich noch nicht. Aber das Opfer steht fest.
Wissen Sie auch schon, wer der Täter ist?
Nein. Ich habe aber jemanden, den ich gern töten würde. Und der wird dann getötet.
Wenn ein Buch erschienen ist, wann sind Sie an dem Punkt, an dem Sie an das nächste Buch denken?
Ich bin jetzt schon wehmütig bei den letzten Kapiteln, die ich schreibe, weil ich mir immer denke: Es muss ja irgendwann mal vorbei sein. Insofern verabschiede ich mich seit drei, vier Büchern. Wenn ich die letzten Zeilen schreibe, kämpfe ich mit den Tränen.
Sie denken an das Ende vom Eberhofer?
Der Eberhofer war über eine so lange Zeit ein treuer Begleiter, der mir und anderen Menschen so viele großartige Momente beschert hat. Dieser Abschied wird mir nicht leichtfallen. Das wäre gelogen. Aber er wird kommen, und ich glaube, dadurch, dass ich mich schon so lange auf diesen Moment vorbereite, wird er erträglich.
Haben Sie eine Idee, wie die Reihe ausklingen wird?
Ich glaube, diese Entscheidung, liegt gar nicht an mir. Wenn das mal keiner mehr lesen will, macht es keinen Sinn weiterzuschreiben. Damit bin ich ein bisschen aus dem Schneider. Wenn es also irgendwann vorbei ist, habe ich alles beigetragen. Es ist mir wichtig zu betonen, dass ich dem Ganzen nicht hinterherweinen oder krampfhaft versuchen würde, einen Sterbenden zu retten. Ich würde – es hört sich wahnsinnig pathetisch an – den Eberhofer in Dankbarkeit gehen lassen. Es war eine großartige Zeit.
Es wurde vermutlich alles übertroffen, was Sie sich je hätten ausmalen können.
Wenn sich jemand so etwas vornimmt, muss er wahnsinnig naiv sein. Mich überrascht es immer noch. Ich habe „Winterkartoffelknödel“ 2008 geschrieben, erschienen ist das Buch 2010. Seitdem gibt es diesen Hype, und ich bin immer noch überwältigt.
Wollen Sie die Reihe auslaufen lassen oder einen Abschiedsroman für den Eberhofer schreiben?
Letzteres. Wenn die Verkaufszahlen mal merklich in den Keller sinken, dann würde ich für die treuesten Fans noch einen schönen Abschluss schreiben. Auf alle Fälle.
Haben Sie sich schon ausgemalt, wie es zu Ende gehen soll? Könnte der Eberhofer zum Mordopfer werden?
Nein, um Gottes willen, nein! Ich glaube nicht, dass ich ihn sterben lassen würde. Oh Gott. Nein, das würde ich nicht. Da liegt er mir auch viel zu sehr am Herzen.