Augsburg – Als Management-Assistent filmte der 26-Jährige die Auftritte der Augsburger Domsing-Knaben für Youtube – doch sein wahres Interesse galt heimlich erstellten Nacktaufnahmen der jungen Sänger. Gestern stand der Jura-Student wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorm Amtsgericht Augsburg – und gestand alle Vorwürfe.
2019 bekamen die Cybercrime-Ermittler der Bamberger Generalsstaatsanwaltschaft Hinweise auf kinderpornografische Bilder, die von einer deutschen IP-Adresse in einem englischen Forum hochgeladen wurden. Bei der Hausdurchsuchung gab sich der Verdächtige noch kooperativ. Doch alle Codes zum Entsperren, die er nannte, funktionierten nicht. Erst nach 1,5 Jahren knackten die Ermittler die Dateien. „Es waren heimlich erstellte Aufnahmen von nackten Kindern“, berichtet Ermittler Thomas D. Anhand weiterer Aufnahmen aus Konzertsälen und aus einem Bettkasten heraus konnten Logos und Embleme auf Uniformteilen identifiziert werden, die auf die Augsburger Domsing-Knaben hinwiesen.
Über seinen Verteidiger räumte der Student gestern auch ein, sich an einem 13-Jährigen bei einer Übernachtung in seiner Münchner Wohnung vergangen zu haben. Die sexuell motivierten Videos nahm er mit seiner in der Toilette versteckten Uhr oder eine stecknadelgroßen Kamera in den Duschräumen des St.-Ambrosius-Haus der Domsing-Knaben auf. „Er will heute einen Schlussstrich ziehen“, erklärte sein Verteidiger Marc Wederhake. „Ich bitte um Vergebung“, sagte der Angeklagte zu seinen Opfern im Gerichtssaal. Richter Bernhard Kugler stellte ihm für sein Geständnis eine Strafe von nicht mehr als zwei Jahren auf Bewährung in Aussicht.