600 Wohnungen am Eisbach

von Redaktion

Tucherpark: Das sind die Pläne für Grundstück in Freimann

Der Tucherpark: Auf dem Filetgrundstück sollen neue Wohnungen. Und auch eine dritte Eisbachwelle ist geplant. © Hines

Raus aus dem Bett und rauf auf die Welle – ein Traum für alle Surfer. Doch auch für alle, die dem anspruchsvollen Sport nichts abgewinnen können, ist eine Wohnung oder ein Arbeitsplatz am Englischen Garten attraktiv. Kein Wunder also, dass viele Münchner schon sehnsüchtig darauf warten, dass der Tucherpark aus seinem Dornröschenschlaf erweckt wird und man dort wieder arbeiten und auch wohnen kann. Die „Vormerk-Liste ist dreimal so lang, wie die Anzahl der Wohnungen, die dort tatsächlich gebaut werden“, berichtet Christian Meister, der bei Hines Immobilien für das Projekt Tucherpark verantwortlich ist. Mario Schüttauf, Manager bei Commerz Real, der anderen Eigentümergesellschaft, geht davon aus, dass sich auch die „Büroflächen gut vermieten lassen“ werden. „Das Hotelgebäude hat ab kommendem Jahr einen neuen Mieter. Der wird dann auch die Renovierungsarbeiten mitgestalten“, berichtet Schüttauf.

Am Donnerstag bekamen Vertreter von Presse und Stadt sowie interessierte Bürger Einblick in den derzeitigen Planungsstand des Projekts. Die Eigentümer wurden von der Stadt zuvor beauftragt, einen Masterplan für den Tucherpark vorzulegen. Bei der Präsentation meldete sich neben Denkmalschützern auch der Gestalter des Ying-Yang-Brunnens, Otto Wesendonck, zu Wort. Der Brunnen wurde wie die anderen Skulpturen im Park von der ehemaligen Hypovereinsbank (HBV) finanziert und steht auch weiterhin wie das HBV-Bürogebäude unter Denkmalschutz. Letzteres wird in erster Linie energetisch saniert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann, Patric Wolf, spricht von einer „sehr behutsamen und rücksichtsnehmenden Planung“ und betont, dass man von politischer Seite aus mehrheitlich eine Weiterentwicklung des Parks wolle: „Was bringt ein Denkmal, wenn es verfällt.“

Im Tucherpark entstehen zwischen den denkmalgeschützten Bürogebäuden des Architekten Sep Ruf nicht nur Wohnungen für Reiche, sondern aufgrund der Münchner Richtlinien für Sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) auch geförderter Wohnraum. Insgesamt ist das Areal mehr als 22 Hektar groß. „Wir bauen nur auf eh schon versiegelten Flächen“, betont Meister. „Die Grünflächen werden wie die Kaltluft-Schneisen bewahrt und die Naherholungs- und Siedlungsfunktion aufrechterhalten.“ Gleichzeitig wird bei den Neubauten die Pavillon-Struktur der alten Gebäude aufgegriffen. Deshalb hat man auch bei den Plänen nachgebessert und von der Geschosshöhe einiges weggenommen. „Wir gehen nun mehr in die Fläche,“ sagt Meister „Allerdings ist alles Work in Progress und noch nichts endgültig.“ Jetzt ist es an der Stadt, den Bebauungsplan zu genehmigen. Mit der Renovierung der Altbauten können die Bauherren zum Teil schon beginnen. Geplant ist auch eine dritte Eisbachwelle. GABRIELE WINTER

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