Ebersberger Sammler hinterlässt gefährliches Erbe

von Redaktion

Sprengstoff in marodem Schuppen versteckt: Für die riskante Bergung war ein Großeinsatz nötig

Das Waffen-Arsenal liegt ausgebreitet vor dem Schuppen, den die Polizei am Donnerstagabend ausräumte. © mm

Ebersberg – Ein Mann aus Ebersberg hatte in einem Versteck in einem maroden Schuppen tausende Schuss Munition, zig Granaten und Teile von Maschinengewehren und Schusswaffen gehortet. Seit zwei Jahren lebt er nicht mehr, deshalb wurde der Schuppen ausgeräumt und dabei der explosive Nachlass entdeckt. Das hat am Donnerstagabend für einen Großeinsatz in dem Wohngebiet gesorgt. Eine Feuerwehrdrohne war im Einsatz, um unvorsichtige Passanten aufzuspüren, Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamts wurden angefordert, etliche Rettungskräfte waren in Bereitschaft. Die umliegenden Häuser mussten evakuiert werden, eine Schule in der Nähe musste ihren Elternabend abbrechen. Erst nach mehr als vier Stunden rollte der Polizeibus mit den gefährlichen Sprengkörpern davon.

Der Besitzer war in Ebersberg als sammelverrückt bekannt. Er hatte seine gefährlichen Schätze unter doppeltem Boden in dem Schuppen versteckt. Darunter war ein ganzer Jutesack mit teils rostigen Granaten, die ineinander verkeilt waren. Er war das wohl gefährlichste Erbstück. Zwischenzeitlich war sogar fraglich, ob die Granaten überhaupt geborgen werden können. Wenn eine gezündet hätte, hätte das eine Kettenreaktion ausgelöst. Die Sprengsätze wurden in Sandwannen umgebettet und per Blaulicht-Konvoi in einem Polizeibus abtransportiert. Ein offener Transport schied aus Sicherheitsgründen aus. Also nahmen zwei Bombenentschärfer das Risiko auf sich, den Sprengstoff zu begleiten.

Es sei ein gefährlicher Einsatz gewesen, sagt Ebersbergs Polizeichef Ulrich Milius danach. Am späten Abend wurden die gefährlichsten Sprengkörper in einem Entsorgungszentrum kontrolliert gezündet. Bis tief in die Nacht sortierten Polizisten Weltkriegsfunde aus dem Zwischenboden im Schuppen. Juristische Konsequenzen wird der Waffenfund nicht haben, weil der Besitzer ja bereits tot ist. Das Rathaus will aber per Nachlassgericht prüfen, wer die Kosten für den Rieseneinsatz übernimmt. JOSEF AMETSBICHLER

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