Schottersteine und Äste bremsen die S-Bahn aus

von Redaktion

Zwei Züge fahren nahe Dachau über die Hindernisse – Bundespolizei ermittelt und sucht Zeugen

Beweisfoto: Ein Holzsplitter blieb am Unterbau der S-Bahn hängen.

Auch dieser Betonbrocken wurde von der Bundespolizei sichergestellt. © Bundespolizei (2)

Karlsfeld – Schottersteine und dicke Äste auf den Schienen haben den S-Bahn-Verkehr Richtung Dachau ausgebremst. Zwei Züge der Linie S2 fuhren stadtauswärts am Dienstag Abend gegen 18.30 Uhr kurz hintereinander zwischen Allach und Karlsfeld über die Hindernisse. Zum Glück kam es zu keiner Entgleisung, wohl aber zu Beschädigungen.

„Sie können sich bei den Idioten bedanken, die offenbar mehrfach etwas aufs Gleis gelegt haben.“ So lautete die verärgerte Durchsage des Lokführers in einem der Züge. Eine S-Bahn war über Steine und Äste gefahren und dadurch leicht beschädigt worden. Die Bundespolizei stellte später am ersten Drehgestell am sogenannten Schienenräumer Holzsplitter fest. Außerdem wies ein Rad leichte Einkerbungen auf, es lief jetzt unrund. Eine nachfolgende S-Bahn stoppte in Karlsfeld, alle Fahrgäste mussten aussteigen. Die Folgen waren Chaos und langes Warten am Bahnsteig. Immerhin konnte der Zug noch leer bis Dachau weiterfahren und auf einem Nebengleis abgestellt werden.

Die Strecke wurde jedoch längere Zeit gesperrt, bis die Bundespolizei die Gegend abgesucht hatte. Die Polizisten fanden mehrere Steine und einen Betonbrocken, die durch den Aufprall mit den Zügen teils zertrümmert waren. Auch ein Ast, 1,5 Zentimeter dick, war von Unbekannten aufs Gleis gelegt worden.

Große Steinbrocken wie Schottersteine auf den Schienen sind gefährlich, Entgleisungen bei so etwas nicht ausgeschlossen, heißt es bei der Bundespolizei. Sie nimmt die Sache sehr ernst, zumal beide S-Bahnen leicht beschädigt wurden und zur Überprüfung ins S-Bahn-Betriebswerk Steinhausen im Münchner Osten mussten. An den Schienen oder am Gleiskörper gab es keine Beschädigungen.

Aber trotzdem: Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr laufen. Es werden Zeugen gesucht, die sich unter 089/5155500 melden können.
DW

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