… bei Metzgerin Amelie Schweisfurth.
Amelie Schweisfurth macht gerade den Metzgermeister. Als Tochter von Karl Schweisfurth ist die 25-Jährige in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten mit dem Schlachten von Tieren groß geworden. Am Wochenende findet in Glonn im Kreis Ebersberg das erste internationale Metzgerfest statt. Beim „International Butcher‘s Festival“ präsentieren 20 Metzger aus aller Welt ihr Handwerk. Besucher dürfen sogar mit zum Schlachten. Provokant. Aber zukunftsweisend, erklärt Schweinsfurth.
Der Fleischkonsum sinkt. Ist so ein Festival zeitgemäß?
Gerade jetzt, da viele weniger, aber bewusster Fleisch essen möchten. Das deckt sich auch mit unseren Werten. Es geht darum, halb so viel Fleisch zu essen, aber dafür dreimal so gutes. Nichts aus industriellen Ställen und Schlachthöfen, sondern Qualität aus artgerechter Haltung. Das Metzgerhandwerk ist ehrenwert. Wir, die diese Arbeit ordentlich machen, müssen uns nicht verstecken. Dafür steht das Festival, das es auch in den nächsten Jahren geben soll.
Welche Botschaft steckt noch hinter dem Event?
Mal abgesehen davon, dass sich Besucher durch verschiedene Streetfood-Stände schlemmern können, gibt es viele Mitmach-Gelegenheiten. Zum Beispiel kann man lernen, Fleisch richtig zuzuschneiden, und dabei helfen, holländische Bratwurst und italienische Salsiccia herzustellen. Dafür wird das Fleisch gewolft, gewürzt und per Wurstfüller in den Naturdarm gefüllt. Das will gelernt sein. Das Festival soll auch Hemmungen abbauen. An Innereien ist nichts eklig. Ich biete bei einem „kuriosen Tasting“ Schweinehirn, Hoden, Milz und Kalbskopf an. Ein Tier besteht ja nicht nur aus Steak.
Einige Besucher werden auch beim Schlachten dabei sein…
Samstagfrüh schlachten wir zwei Schweine. Nur zehn Besucher können dabei sein, das Angebot war schnell ausgebucht. Wir nehmen auch ein Video auf, damit Interessierte es sich hinterher anschauen können. Als Metzgerin werde ich immer mal wieder gefragt, wie das Töten, Ausnehmen und Abziehen der Haut ablaufen. Wer bei einer Schlachtung zusieht, versteht, wie viel Zeit dafür nötig ist und dass ein Tier komplett verarbeitet wird. Das steigert die Wertschätzung. Im Anschluss gibt es dann etwas Besonderes: schlachtwarme Weißwürste.
Das Programm schmeckt sicher nicht jedem. Sind auch Veganer willkommen?
Wir haben sogar Vertreter der Veganen Landwirtschaft für eine Podiumsdiskussion eingeladen. Ob jemand Fleisch isst oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung. Wir alle wissen, dass sich in Sachen Haltung und Konsum noch viel verändern muss. Wir wollen über gesamtökologische Zusammenhänge sprechen, darüber, wie Landwirtschaft mit Tierhaltung nachhaltig sein kann.
Was wird für Sie das kulinarische Highlight sein?
Das Angebot ist groß, von Pulled Pork über Blutwurst bis hin zu Steaks vom Grill über dem Feuergraben. Es gibt auch japanisches Streetfood mit Schweinebauch. Exotisch ist für mich aber die polnische Blutwurst. Da ist Grieß drin. Sie kommt auf den Grill und wird dann mit frischen Zwiebeln und Apfel serviert.
Das Festival findet von Samstag 8 Uhr bis Sonntag 17 Uhr statt. Das Einzelticket für Samstag kostet 19 Euro, das für Sonntag 14 Euro. Zwischen Grafinger Bahnhof und Herrmannsdorf fährt ein Shuttlebus. Infos unter www.herrmannsdorfer.de.