Mittenwald – Nach 60 Jahren der Verschollenheit ist sie zurück: die Bayerische Kurzohrmaus (Microtus bavaricus). Im vergangenen Jahr wurde sie nach einer aufwendigen Suche bei Mittenwald wiederentdeckt. Jetzt startet der Freistaat umfassende Schutzmaßnahmen, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) gestern bekannt gab.
Die kleine Wühlmausart ist demnach eine der gefährdetsten Säugetierarten Europas und lebt nach aktuellem Wissensstand nur im Bayerisch-Tiroler-Grenzraum. „Der Freistaat startet für die Bayerische Kurzohrmaus ein Artenhilfsprogramm. Mit dem Artenhilfsprogramm geben wir diesem kleinen Tier eine starke Rückendeckung“, sagt Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW).
Bis 2025 sind demnach 120 000 Euro vorgesehen, um die speziellen Lebensraumanforderungen der Art zu erfassen. Anschließend sollen konkrete Pflegemaßnahmen eingeleitet werden. Kooperationspartner im Artenhilfsprogramm des LfU sind die Bayerischen Staatsforsten und der Alpenzoo in Innsbruck.
Im Herbst gelang es, die Bayerische Kurzohrmaus zunächst auf einem Wildkamerafoto zu sichten und anschließend lebend zu fangen. „Es war verrückt, ich wusste sofort: Das ist eine“, erinnert sich David Stille (33) an den Fang seines Lebens in der Nähe des Lautersees. Weitere Untersuchungen der Kurzohrmaus sollen mittels Wildkamera und Lebendfängen folgen, um das Verbreitungsgebiet des Tieres genauer zu verstehen. dpa/csc