Schwandorf – Einsätze bei schweren Verkehrsunfällen sind für Retter belastend – was die Einsatzkräfte am Montagabend im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf erleben mussten, war extrem. Auf einer Staatsstraße zwischen Kemnath und Schwarzenfeld waren zwei Autos zusammengekracht. Die Insassen in einem der Fahrzeuge kommen aus der Gegend, viele Feuerwehrler kennen die Familie. Ein achtjähriger Bub kam ums Leben.
Gegen 20 Uhr war ein Münchner in einer Rechtskurve mit seinem Auto aus bislang unbekannter Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten. Er fuhr frontal und ungebremst gegen den Skoda einer 35-jährigen Frau, die mit ihrer 28 Jahre alten Schwester auf dem Beifahrersitz sowie ihren beiden Töchtern (sieben und 16 Jahre alt) und ihrem Neffen (8) auf der Rückbank unterwegs war. Der Aufprall war so heftig, dass der Achtjährige noch an der Unfallstelle verstarb.
Ersthelfer, die an den Unfallort kamen, reagierten laut Polizei vorbildlich und halfen zum Teil den anderen Insassen, das Fahrzeug zu verlassen. Beide Autos wurden völlig zerstört. „Das Schadensbild ist verheerend“, teilte Markus Schmitt, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Neunburg vorm Wald mit. Zum Teil mussten die Unfallopfer von der Feuerwehr befreit werden. Sie wurden alle schwer verletzt und waren zunächst in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Sie wurden von mehreren Rettungshubschraubern und Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Manche von ihnen hätten noch in der Nacht notoperiert werden müssen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Unter den Schwerverletzten war auch der mutmaßliche Verursacher des Unfalls. Ein Gutachter untersuchte noch in der Nacht den Unfallort. Den Rettungseinsatz nach dem Unfall bezeichnete ein Polizeisprecher am Dienstag als „sehr belastende Situation“. Insgesamt seien etwa 70 Feuerwehrleute, 60 Kräfte des Rettungsdienstes, mehrere Polizeistreifen, fünf Rettungshubschrauber und einer der Polizei sowie vier Notärzte im Einsatz gewesen. mm